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Nutzung

 

... der Amper

 

Schon früh wurde die Wasserkraft der Amper in Mühlen genutzt: es gab Sägemühlen, Hammermühlen, Mehlmühlen, alleine die Anzahl an Mühlbächen, die in die Amper münden, bestätigen dies. Durch den Einbau von Wehren und Kanälen wurde eine gleichmäßige Wasserzufuhr gewährleistet. Auch heute noch wird die Wasserkraft zur Gewinnung von Strom genutzt, so in Schöngeising, Fürstenfeldbruck, Olching, Günding, Hebertshausen, Ottershausen, Weng, Kranzberg, Anglberg und Haag.

Besonders einschneidend für den Verlauf der Amper war die „Amperkorrektion“ in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts zur Gewinnung landwirtschaftlicher Nutzfläche. Dabei wurde die Amper begradigt, zahlreiche Schleifen und Mäander abgeschnitten (die heutigen „Altwässer“) und so das umliegende Land, insbesondere Niedermoorböden, entwässert. Durch die Begradigung wurde aber auch der Lauf der Amper verkürzt und der Amper ihre Dynamik genommen. Als Folge gräbt sich die Amper immer tiefer ein, da sie ihre Energie nicht mehr an den verbauten Seitenufern abgeben kann.

 

Plan der Amperregulierung

 

Die Amper wurde als reiches Fischwasser genutzt, allerdings war es nur wenigen erlaubt nicht nur vom Ufer, sondern auch von einem Boot aus zu fischen. Außerdem wurde die Amper als Transportweg genutzt: insbesondere der holzarme Landkreis Dachau wurde durch die Flößerei und die Holzdrift mit Brenn- und Bauholz aus dem Ammergebirge versorgt. Aber auch für die Erholung wurde die Amper bereits im vorletzten Jahrhundert entdeckt: der Amper bei Fürstenfeldbruck wurde eine heilende Wirkung zugesprochen und so wurden Badeanstalten eingerichtet. Die Sommerfrischler kamen mit der neu errichteten Eisenbahn, eine Hauptattraktion war die Fahrt mit dem Dampferschiff (liebevoll „Mooskuh“ genannt) zum Ammersee.

 

 

 

... des Ampertals

 

Die Besiedlung des Ampertals geht bis in die Steinzeit zurück. Die Amper erhielt ihren Namen bereits von den Kelten, deren Siedlungstätigkeit zahlreich belegt ist durch Keltenschanzen, Hügelgräber und Ausgrabungen. Auch die Römer fassten in dem Gebiet Fuß (Römerstraße „Via Julia“ bei Schöngeising, Aussichtsturm bei Nörting). Besonders prägend für die Landschaft war aber die anschließende Besiedlung durch Bajuwaren und Kelten (Gründung vieler Orte, die auf –ing oder –hausen enden) und die Rodungen auf betreiben der frühen Klöster (Freising, Fürstenfeld). Bereits um 1000 hatte die Landschaft in Bayern in etwa die heutige Wald-Feldverteilung, allerdings war die Landnutzung zu dieser Zeit anders organisiert: neben den Äckern der Dreifelderwirtschaft gab es große Bereiche, die weiter entfernt von der Siedlung lagen, die als Allmendflächen für Viehweiden, Holznutzung etc. genutzt wurden.

 

Mit der Industrialisierung veränderte sich die Landnutzung: die Trennung von Wald und Weide wurde durchgeführt, große Flächen an Land wurden durch Entwässerung „melioriert“, Torf wurde zur Energiegewinnung großflächig gestochen, die synthetische Herstellung von mineralischem Dünger ermöglichte eine Intensivierung der Landwirtschaft. Im Ampertal traten vor allem große Veränderungen durch die „Korrektion“ der Amper auf, neues Land wurde gewonnen und gleichzeitig wurde auch der Talraum entwässert. Auch am Ende des 19. Jahrhunderts veränderte sich der Bezug zur Landschaft; die Dachauer Landschaftsmaler entdeckten das Dachauer Moos und dabei auch die Amper, der Erholungsdruck, insbesondere in der Nähe Münchens stieg; und so finden sich heute entlang der Amper viele Spaziergänger, Jogger, Reiter, Bootfahrer, Fischer, etc..

 

 

Flüsse haben von jeher eine starke Anziehungskraft für den Menschen - „Man kann niemals den Fuß zweimal in den gleichen Fluss setzten!“ (Heraklit). Wasser ist Leben und Lebensraum, gibt Energie, ist Transportweg, birgt aber auch Gefahren durch Hochwasser. In respektablem Abstand brachten die Flüssen Segen, so auch im Ampertal, wie Hazzi 1801 beschrieb:

 

„Nur das Ampertal sieht fröhlich aus, alles übrige ist gräßlich, voll Wald, Moos und Weide. Die Häuser gleichen den elendsten Hütten der ersten Zeit oder wie sie noch im Norden sein mögen. Von innen und außen ist alles schmutzig und arm. Nur im Ampertal gibt es Häuser von Stein und etwas Wohlstand. Die Menschenrasse ist äußerste verkrüppelt und verkümmert und klein, dumm und wild, meist mit körperlichen Schäden behaftet. Einen auffallenden Unterschied macht, wie gesagt, das Ampertal. Das weibliche und männliche Geschlecht ist hier groß und wohlgestaltet. ... Die Kost ist zwar besser, aber Fleisch kommt auch hier selten auf den Tisch. Kaum die Hälfte des Flächenraumes kann als kultiviert betrachtet werden, so sehr ist alles übrige noch im wilden Zustand von Waldungen, Mösern, öden Weiden bedeckt. Die Waldungen bestehen aus Fichten, Tannen, Birken, einzelnen schlechten Eichen und wildem Obst, leiden aber sehr durch Weidenlandschaft und Sträucher. Im Ampertal gibt es viele Dammerde. Während die Gehügel sehr sandig und mager aussehen – im Ampertal gedeihen daher alle Früchte, Gerste, Korn, Haber, Erbsen, Wicken, auch Weizen zu acht bis zehn Samen -, so erscheint in den Hügeln Korn und Haber mit zwei bis drei Samen. Im Ampertal werden ziemlich gute Pferde gezogen, sonst ist der Viehstand unbedeutend. Selbst die Ochsen, die meist in den Hügeln das Feld bestellen, sehen erbärmlich aus.“

 

 Letztes Update dieser Seite:  8. November 2007
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