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Eine Schatztruhe für nasse Wiesen

Die Sumpfgladiole (Gladiolus palustris) ist eine besonders grazile Pflanze, mit auffälligen purpurfarbenen Blüten. Sie ist eine seltene und stark gefährdete Art für deren Erhalt Bayern in Deutschland die Hauptverantwortung trägt. Sie ist in Bayern nur im Voralpenland zu finden.

 

Die Gefährdung der Sumpfgladiole geht vor allem auf eine Intensivierung der Nutzung zurück. Dazu gehören Entwässerungen, Düngung und eine häufigere Mahd. Aber auch die Aufgabe der Nutzung mit folgender Verbrachung und Verbuschung trug zum Rückgang der Art bei.

 

Die Sumpfgladiole gehört zu einer Gruppe bunter Arten, die bevorzugt auf nährstoffarmen und feuchten Wiesen wächst. Dazu gehören auch die Trollblume, die Sibirische Schwertlilie, der Schwalbenwurz und der Lungenenzian. Sie alle brauchen nasse Füße und vertragen häufiges Mähen nur schlecht.

 

Im Landkreis Freising gibt es nur noch wenige Vorkommen der Arten. Deshalb will der Landschaftspflegeverband Freising Artenhilfsmaßnahmen starten und die Fundorte und weitere mögliche Standorte kartieren. An verschiedenen Stellen sollen die Samen der Arten gesammelt und anschließend in einer Gärtnerei gepflanzt und aufgezogen werden. Die Gärtnerei legt also eine Schatztruhe, einen so genannten Genpool, für einige pflanzlichen Bewohner nasser Wiesen an. Daraus können dann immer wieder Kostbarkeiten in Form von Samen oder Pflanzen entnommen werden. Diese werden dann auf geeignete Flächen wieder angesät oder ausgepflanzt und stützen somit die Bestände der gefährdeten Pflanzenarten. Damit soll der Erhalt der Arten gesichert werden.

 

Darüber hinaus organisiert der LPfV die notwendige Pflege der Flächen. Da die gefährdeten Ureinwohner in feuchten Wiesen wachsen und sehr anfällig gegen Störungen sind, werden diese erst spät im Jahr gemäht (August, September) und dürfen auf keinen Fall gedüngt oder entwässert werden. Dafür engagiert der LPfV örtliche Landwirte über den Maschinenring, die die Wiesen nach den Vorgaben des LPfV mähen.

 

Begleitend zu diesen Aktivitäten bietet der LPfV Führungen in den Lebensraum „Feuchtwiese“ an. Informationsmaterialien und eine Ausstellung im Landratsamt informieren die Bürger und regen an, Fundorte der Arten an den LPfV zu melden.

Damit sollen die Feuchtwiesen in Freising auch in Zukunft bunt und vielfältig bleiben.

 Letztes Update dieser Seite:  1. Juni 2010
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