Die etwas andere Art, die Stromerzeugung durch Photovoltaikanlagen zu optimieren

Im Gegensatz zum Menschen befinden sich Solarmodule im Leistungsoptimum, wenn sie direkt in die Sonne schauen. Da sich die Sonne bewegt, ist dies bei normalen Solarmodulen nur einmal am Tag der Fall. Um dies auszugleichen, werden manche Solarmodule mit Motoren ständig in die Sonne gedreht. Das ist Standard. Sehr außergewöhnlich ist es, wenn man nicht nur die einzelnen Solarmodule, sondern gleich das ganze Dach samt angeschraubter Halle dreht. So eine Anlage, bzw. sogar zwei davon, steht in Rudelzhausen auf dem Hof von Georg Brunner.
Daten je Anlage:
- Funktion: Erzeugung von Strom durch Einsatz von Solarzellen und Drehung der gesamten Halle in die Sonne
- Inbetriebnahme: August 2007
- Erzeugter Strom pro Jahr: ca. 40.000 kWh (das entspricht dem Strombedarf von ca. 10 Haushalten)
- Leistung: 30 kW (peak)
- Fläche der Solarmodule: 235 m²
- Ansprechpartner: Brunner Georg Tel.: 08752/811764
Drehbare Halle

Die Halle dient als Stellplatz für landwirtschaftliche Geräte wie z.B. den Mähdrescher. Da die komplette Halle drehbar ist, kann man einerseits die Geräte leichter abstellen, da man sozusagen von allen Seiten hineinfahren kann, muss aber aufpassen, dass die Geräte der Halle nicht im Weg stehen und deshalb 1 m Abstand zum Drehkranz halten.
Wechselstromrichter in der Halle

Das Eckige muss aufs Runde. In den Ecken der Halle befinden sich Rollen, die auf einer kreisförmigen Eisenschiene aufliegen. Die Halle wird durch zwei Elektromotoren gedreht. Die blauen Kästen sind die Wechselrichter, sie wandeln den Gleichstrom in Wechselstrom um (Hinweis für Techniker: Da der Wechselstrom 3 - phasig eingespeist wird, handelt es sich sogar um Drehstrom und „ähnlich" wie bei der Erzeugung in einem großen Kraftwerk „dreht sich auch hier der Stromerzeuger").
Befestigung der Halle

Dieser Haken verhindert, dass die Halle bei starkem Wind von der Rolle kommt bzw. aus der Schiene springt. Bei sehr starkem Wind dreht sich die Halle ähnlich wie bei Windrädern in eine Sturmstellung. Dabei werden die Solarzellen nicht mehr nach der Sonne ausgerichtet, sondern nach der Windrichtung und zwar so, dass sich die Solarzellen dem Wind zuwenden.
Führung der Stromkabel

Der schwarze Träger ist mit der Bodenplatte verbunden. Der Strom läuft über das Kabel vom Dach und den Träger zum Transformator. Die Halle beginnt ihren Arbeitstag mit Blickrichtung Osten und dreht sich dann mit der Sonne. Dabei dreht sie sich nicht ständig, sonder fährt nur alle 20 min einen knappen Meter weiter. Als moderne Sonnenuhr ist sie deshalb nur bedingt geeignet. Abends bleibt sie im Westen stehen und fährt morgens, eine Stunde vor Sonnenaufgang wieder in Oststellung zurück.
Transformator
Die maximale Leistung, die eine Solaranlage abgibt, hängt von der Anzahl der Module und der Leistung pro Modul ab. Wichtig ist natürlich auch die Ausrichtung des Daches. Die Anlage mit der gelben Linie ist leistungsmäßig kleiner als die beiden anderen Anlagen und bringt deshalb auch weniger Leistung.
Die Ausrichtung bestimmt, ab wann die Anlage Strom erzeugt. Die gelbe Linie zeigt eine Anlage auf einem Süddach, die rotbraune Linie eine Anlage auf einem Westdach und die rote Linie die sich mitdrehende Anlage auf der Drehhalle. Man sieht, dass die sich drehende Anlage in der Leistung viel früher und stärker ansteigt. Der Knick um ca. 15:30 Uhr wurde durch Bewölkung ausgelöst. Man kann auch deutlich erkennen, dass das Westdach ab ca. 9:30 Uhr direkt von der Sonne bestrahlt wird. Vorher fällt auf das Westdach nur normales Tageslicht und es wird nur wenig Strom erzeugt.

Ein Transformator befindet sich gleich in der Nähe der Halle. Dort wird der Strom eingespeist.

