Nationalpark Isarauen: Dialoggespräch im Landratsamt

Sollen die Isarauen Teil eines Nationalparks werden oder nicht? Wertvolle Informationen zu dem Thema gab es dazu am Montagabend im Großen Sitzungssaal des Landratsamts Freising. Die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf und des Landrat Josef Hauner hatten zu einem Dialoggespräch geladen, zu dem rund 40 Vertreter der relevanten Verbände und Interessensvertreter kamen.

 

"Das war ein wichtiges Gespräch. Der Dialog mit der Region ist für uns entscheidend. Wir nehmen die Anliegen und Interessen der Menschen vor Ort sehr ernst. Jetzt geht es darum, in einem vertieften Dialog weiter zu informieren, Fragen zu klären und Chancen und Perspektiven aufzeigen. Die Diskussion über die Zukunft der Region führen wir mit den Menschen in der Region. Eine Entscheidung fällt erst am Ende des Dialogprozesses", sagte Scharf.

 

Auch Landrat Hauner warb für einen vertieften, ergebnisoffenen Dialog ohne Vorfestlegungen: „Der Landkreis Freising hat sich noch in keine Richtung festgelegt. Wir werden das Thema nun in verschiedenen Gremien besprechen. Dabei ist es uns wichtig, auch Bedenkenträger zu Wort kommen zu lassen. Wir wollen Chancen und Risiken zusammentragen und auf dieser Basis am Ende eine Entscheidung für oder gegen einen Nationalpark Isarauen fällen.“

 

Das Verbändegespräch zeigte Chancen für die Region durch einen Nationalpark sowie mögliche Auswirkungen auf. Im Mittelpunkt der Diskussion standen insbesondere das für die Kommunal- und Verbandsvertreter wichtige Thema Naherholungsmöglichkeiten in der Natur sowie die Fischerei. Scharf betonte dazu: "Bayern ist einer der attraktivsten Standorte der Welt, weil wir unsere Natur haben, unsere Landschaften und den Reichtum unserer einzigartigen Naturheimat. Nationalparke machen Wildnis erlebbar. Die Menschen lieben ihre freifließende Isar und deren angrenzende Auwälder. Der Zugang zu Fluss und Wald ist den Menschen in der Region sehr wichtig." Scharf bot an, dass Mitarbeiter des Ministeriums in die Region kommen können, um in Gemeinderatssitzungen oder Bürgerversammlungen über einen möglichen Nationalpark in den Isar-Auen zu informieren.

 

Im Rahmen des weiteren Dialogs soll geklärt werden, inwieweit die Isar-Auwälder für einen möglichen Nationalpark die Auwälder an der Donau zwischen Lechmündung und Weltenburg ergänzen können. Die Auwaldbereiche an der Donau und an der Isar sind in Deutschland einzigartig und naturschutzfachlich von herausragender Bedeutung. Hier könnte der bundesweit erste Auwald-Nationalpark entstehen.

 

An dem Verbändegespräch in Freising haben rund 40 Vertreter der relevanten Verbände und Interessensvertreter aus den Bereichen Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, Tourismus, Wirtschaft, Jagd oder Holzwirtschaft sowie der Politik teilgenommen.

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