Landrat besucht Neutronenquelle in Garching

Einen Blick in die Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II) der Technischen Universität München hat jetzt der Freisinger Landrat Josef Hauner geworfen. Bei der mehrstündigen Führung zeigte er sich begeistert von den vielfältigen Anwendungen der Garchinger Neutronen in Medizin, Industrie und Forschung: „Es war sehr lehrreich und spannend“, sagte Hauner. Vermittelt hatte die Besichtigung der Freisinger Kreisbrandrat Manfred Danner, der hauptberuflich stellvertretender Schichtleiter und Reaktorfahrer am FRM II ist.

 

„Ich könnte nicht sagen, was in dem lange Zeit weithin sichtbaren Atom-Ei in Garching früher stattgefunden hat und was heute dort passiert“, sagte der Landrat zu Beginn. Seit Jahrzehnten fahre der Freisinger an dem Gelände kurz nach der Landkreisgrenze vorbei und habe gesehen, wie es sich entwickelt. „Es wächst und wächst – Google Maps kommt gar nicht hinterher zu erfassen, was hier alles entsteht.“

 

Dr. Anton Kastenmüller, Technischer Direktor des FRM II, erläuterte den Gästen die Historie. „Das Atom-Ei ist die Keimzelle, die das Wachstum dieses Campus gefördert hat.“ Gut ein Jahr nachdem der Freistaat Bayern beschlossen hatte, einen Forschungsreaktor zu errichten, ging dieser am Standort Garching am 31. Oktober 1957 in Betrieb. Nach 43 Jahren Material- und Grundlagenforschung wurde der Reaktor abgeschaltet. Weil es unter Denkmalschutz stand, wird das Wahrzeichen der Stadt Garching derzeit entkernt. Nebenan wurde eine neue Neutronenquelle gebaut, in der am 2. März 2004 die erste Kernspaltung stattfand.

 

Neutronen für verschiedenste Forschungsgebiete

Ein Brennelement mit 8,1 Kilogramm Uran und einer thermischen Leistung von 20 Megawatt erzeugt hier Neutronen. Um den „Dimensionsunterschied“ heranziehen zu können, präsentierte Kastenmüller im Vergleich dazu die Zahlen des Kernkraftwerks Isar II: 193 Brennelemente, über 100 Tonnen Uran, 3950 Megawatt.

 

Die drei Direktoren des FRM II führten Hauner sowie Abteilungs- und Sachgebietsleiter des Landratsamts Freising zu den Messinstrumenten in der Experimentierhalle. Dort erklärte ihnen Wissenschaftlicher Direktor Prof. Dr. Winfried Petry, wie Neutronen auf der Suche nach neuen Supraleitern eingesetzt werden oder Positronen, die Antiteilchen der Elektronen, erzeugen. Mit Blick auf das Reaktorbecken erfuhren die Besucher von Dr. Kastenmüller mehr über das Sicherheitskonzept der Neutronenquelle. Verwaltungsdirektor Johannes Nußbickel klärte über die kommerzielle Nutzung der Neutronen auf, die zum Beispiel radioaktive Isotope für nuklearmedizinische Behandlungen erzeugen.

 

Die interessierten Besucher aus Freising konnten,  versorgt mit einer Vielzahl von Informationen, den Rückweg antreten. „Wir haben hier eine moderne Großforschungsanlage vor der Haustüre stehen, von deren wissenschaftlicher Exzellenz und Sicherheit wir uns jetzt persönlich überzeugen konnten“, sagte Landrat Hauner.

Statteten dem Neutronenforschungsreaktor einen Besuch ab (v.r.) Jan Schuster (Sachgebietsleiter Öffentliche Sicherheit), Landrat Josef Hauner, Karoline Schatz (Leitung Abteilung Öffentliche Sicherheit und Ordnung), Michael Mayr (Leiter Abteilung Kommunales und Soziales), Laura Anneser (Leiterin Abteilung Bauen und Umwelt), Jürgen Liebl (Leiter Abteilung Zentraler Service) und Robert Stangl (Pressestelle)

Interessiert hörten die Gäste den Ausführungen der Experten zu

Die Besucher vor dem Modell eines Brennelements

Ein Blick in die Experimentierhalle

Wissenschaftlicher Direktor Prof. Dr. Winfried Petry erläuterte unter anderem, wie Neutronen auf der Suche nach neuen Supraleitern eingesetzt werden (Fotos: W. Schürmann / TUM)

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