„Kultur pur“: Landkreis verleiht den Kulturpreis 2017

„Kultur pur“ war am Sonntagvormittag im Camerloher Gymnasiums zu erleben. Genau wie es sich Landrat Josef Hauner in seiner Begrüßung gewünscht hatte, bevor er den Kulturpreis 2017 des Landkreises Freising verlieh. Die Aula einer der angesehensten musischen Gymnasien Bayerns sei der „würdige Rahmen“, sagte der Landrat.

 

Video zur Verleihung des Kulturpreises 2017

 

Das große gekrönte Mohrenhaupt ging an Petra Leutner-Wittmann alias Petra Lewi aus Freising. Die Schauspielerin, Musikerin und Sprecherin ist die Kulturpreisträgerin 2017. „Ich war total geplättet, konnte es gar nicht fassen.“ So fasste die Gewinnerin ihre Gefühle zusammen, als sie die Nachricht erreicht hatte. „Ich dachte zuerst, die müssen sich vertan haben. Ich freue mich sehr, dass meine langjährige Arbeit gewürdigt wird.“

 

„Großartige Künstlerin“

Die Soloprogramme von Petra Lewi seien unverwechselbar, sagte Kreisheimatpfleger Rudolf Goerge, der die Laudationes hielt. „Sie fällt schon durch ihre Kleidung und Frisur auf.“ „Sie ist ein Gesamtkunstwerk“, habe einmal jemand über sie gesagt, so Goerge. Hat es sich also rentiert, dass sich die ehemalige Friseurin für die Bühne entschieden habe, weil „ihr das Theaterspielen besser liegt und sie davon keine Allergie bekommt“. In der Aula des  Camerlohers zeigte die frisch gebackene Kulturpreisträgerin Ausschnitte aus ihrem Schaffen. Sie sang und begleitete sich selbst auf der Ukulele und ließ die „singende Säge“ schwingen. „Petra Lewi ist eine großartige Künstlerin der heiteren Muse in unserem Landkreis“, resümierte Goerge.

 

Anerkennungspreise überreichte Landrat Hauner an Heimatforscher Ernst Keller aus Fürholzen, Jutta und Jürgen Weichmann für ihr Projekt „Kunst in Osterwaal“ sowie an den Seniorenchor „Silberklang“ mit seiner Leiterin Kayao Katsuta-Grandy. 76 Jahre betrage das Durchschnittsalter des Chores aus Eching, erzählte Goerge. Die ältesten „Silberklang“-Mitglieder sind über 90 Jahre alt. Sie sängen zwei- und dreistimmige Lieder, „nicht um irgendwo aufzutreten, sondern schlicht und einfach zur eigenen Freude“. Das gemeinsame Singen lindere so manche Beschwerden, sagte Chorleiterin Katsuta-Grandy. „Die Menschen blühen dabei auf.“

 

Anerkennungspreise für Sänger, Künstler und Heimatforscher

Ernst Keller aus Freising erforscht die Geschichte seiner Heimat. Dabei sind bereits eine ganze Reihe von Filmen und Dokumentationen entstanden.  Besonders interessierte er sich für den am 24. April 1944 durch die Alliierten abgeschossenen Jagdflieger Kurt Schmidt aus Gera in Thüringen. Nach langer Sucharbeit sei es ihm mit anderen Mitarbeitern gelungen, den Absturzort und den Namen des Jagdfliegers zu ermitteln. „In Erinnerung an den Tod des jungen Piloten wurde ein Gedenkstein im Wald zwischen Fürholzen und Massenhausen aufgestellt und 2014 eingeweiht“, sagte Goerge. Beklemmende Bilder auf der Leinwand zeigten, wie sehr auch die Menschen in der Region im Zweiten Weltkrieg litten.

 

Mitten in der Hallertau haben Jutta und Jürgen Weichmann das über 200 Jahre alte Schneiderlenz-Anwesen in ein Kunstmuseum verwandelt. Die beiden Künstler aus Osterwaal präsentieren dort eigene Werke, aber auch mehr als 50 Gastaussteller waren schon in dem Bauernhaus vertreten. „Das ist ein Geheimtipp nicht nur für Kunstfreunde aus dem Landkreis Freising“, so Goerge.

 

Die „Glorreichen Sieben“, so der Laudator, das Vokalensemble „Chiave“ unter der Leitung von Angelika Sutor aus Freising, bekam einen Förderpreis. „Möge er ein Ansporn für weitere Taten sein.“ Das Stimmvolumen des Chors, bestehend aus sieben Mädchen und jungen Frauen, umfasse sage und schreibe drei Oktaven, so Goerge. „Das ist beinahe unheimlich.“ In Schladming/Österreich konnten sie im Januar den Sonderpreis der Bundesapothekenkammer für musikalischen Nachwuchs in Empfang nehmen. Da habe sich gezeigt, dass sich die harte Arbeit gelohnt habe, meinte Leiterin Sutor.

 

„Ein herzliches Vergelt´s Gott“ sagte Vorsitzende Irmgard Baldauf, die den Förderpreis für die Jugendgruppe des Gebirgstrachtenvereins „Isartaler Moosburg“ entgegennehmen durfte. Dass der Verein „für die Zukunft gut gerüstet“ ist, wie es Baldauf ausdrückte, davon konnte sich das Publikum selbst überzeugen. Schuhplattler und Volkstanz gaben die jungen Moosburger Trachtler zum Besten.

 

Am Ende der Matinee gab es für alle Anwesenden ein Buffet. Es durfte auch gefeiert werden, denn, so Landrat Hauner: „Der Landkreis Freising ist ein Kulturlandkreis mit einer großen Zukunft.“

Bürgerservice Kontakt

Kontakt
Sie können uns Ihre Fragen, Wünsche, Anregungen oder Beschwerden mitteilen. Wir werden diese umgehend bearbeiten und Sie darüber informieren, wie es weiter geht.
Mit der Nutzung dieses Formulares stimmen Sie zu, dass wir Ihre Daten speichern und verarbeiten. Weitere informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.

Bürgerhilfsstelle