Aktionswoche „Alkohol? Weniger ist besser!“

Rund 7,3 Millionen Menschen in Deutschland trinken regelmäßig zu viel Alkohol – und riskieren Organschäden bis hin zu Krebs. Die bundesweite Aktionswoche Alkohol will nachdenklich über den eigenen Konsum machen. Vom 13. bis 21. Mai informiert deshalb auch der Arbeitskreis für Suchtfragen Freising über die verschiedensten Aspekte zum Thema Alkohol in einer Artikelserie.

 

Zudem werden auf dem Uferlosfestival am 19. und 20. Mai „Alkohol-Buddies“, Zweierteams des Arbeitskreises für Suchtfragen Freising, unterwegs sein, um durch die Verteilung von Material und Give-Aways zu informieren und zu einem verantwortlichen Alkoholkonsum anzuregen. Die Botschaft dahinter: Alkohol? Weniger ist besser!

 

Die wenigsten machen es sich klar: Alkohol ist ein Zellgift, das immer wirkt. Mag der Rausch auch ausbleiben, weil man an Alkohol gewöhnt ist – der Körper verzeiht das Gift nicht. Insgesamt ist Alkohol mitverantwortlich für über 200 Krankheiten. Er schädigt Organe, allen voran Leber und Bauchspeicheldrüse, aber auch Magen und Darm. Er zählt zu den „Top Ten“ der Stoffe, die Krebs auslösen, besonders häufig im Rachenraum, Dickdarm und in der Brust. Und er greift Zellen im Gehirn, im Nervensystem und im Herzkreislauf-System an.

 

Organisatorin der Aktionswoche Alkohol ist die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). Bereits zum sechsten Mal setzt sie mit dieser Präventionskampagne auf breites bürgerschaftliches Engagement. Marlene Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, ist Schirmherrin der Aktionswoche Alkohol. Bei einer Vielzahl von Veranstaltungen sollen alle, die Alkohol trinken – also 90 Prozent der Bevölkerung – angeregt werden, über den eigenen Alkoholkonsum nachzudenken. 

 

Weitere Informationen unter www.aktionswoche-alkohol.de.


Partynächte ohne Kater

Bei Sommerparties und Outdoor-Festen wird es bald wieder hoch hergehen. Meist sind beim Feiern auch alkoholische Getränke mit im Spiel. Bei stärkerem Alkoholkonsum muss man allerdings mit den typischen Katereffekten, wie Brummschädel, Übelkeit, Herzklopfen und Nachdurst rechnen. „Beim Abbau des Alkohols wird sehr viel Wasser über die Nieren ausgeschieden, wodurch auch vermehrt Mineralstoffe verloren gehen,“ erklärt Edith Boiger, Ernährungsfachkraft bei der AOK in Freising.

 

Alkoholfreie Getränke und gehaltvolle Speisen zur Vorbeugung

Alkohol wirkt auf leeren Magen besonders stark und schnell. „Bei einer ‚guten Grundlage’ im Magen steigt die Alkoholkonzentration im Blut langsamer an, weil dadurch der Alkohol länger im Magen bleibt und später in den Darm gelangt", so Boiger. Neben der Magenfüllung beeinflussen die Trinkgeschwindigkeit und die Art des Getränks, ob jemand rascher betrunken wird. Warme, zuckerreiche oder kohlesäurehaltige alkoholische Getränke beschleunigen die Aufnahme.

 

Wer dem Alkohol nicht ausweichen kann oder will, sollte überdies bei einer Sorte bleiben und ein Durcheinander von Bier, Wein, Sekt oder Cocktails vermeiden. Auf „harte“ Drinks oder Schnaps sollte man ganz verzichten. Umsichtige Gastgeber bieten auf privaten Feten gerne alkoholfreie Cocktails an. Diese bekommt man auch als Alternative in vielen Gaststätten. Einem Cocktail sieht man nicht an, ob und wie viel Alkohol drin steckt. „Ein Mixgetränk ohne Prozente schmeckt genauso gut und Sie können einen klaren Kopf behalten,“ sagt Boiger.

 

Überhaupt sollte in langen Partynächten zwischendurch immer kräftig der Durst mit Mineralwasser oder Fruchtsaftschorle gelöscht werden. Das senkt nicht den Alkoholspiegel, kann aber die Trinkmenge an alkoholischen Getränken verringern. Der Mineralstoffspeicher lässt sich auch etwas wiederauffüllen, wenn man vor dem Zu-Bett-Gehen noch ein großes Glas Mineralwasser trinkt.


Mit Onlinetraining sein Trinkverhalten prüfen

Wer sein Trinkverhalten selbstständig überprüfen und den Alkoholkonsum einschränken oder ganz aufgeben möchte, der erhält jetzt mit dem Online-Programm "Clever weniger trinken“ Unterstützung aus dem Internet.

 

Ein oder zwei Glas Wein in netter, geselliger Runde, das Bier zum Feierabend, ein Schnäpschen zur besseren Verdauung nach dem Essen – wann ist der Genuss von Alkohol riskant oder gar problematisch?

 

Bei Männern ist bereits bei zwei kleinen 0,33-Liter-Flaschen Bier und bei Frauen sogar schon nach einem 0,1-Liter-Glas Wein die tägliche Grenze erreicht, bis zu der Alkoholkonsum noch als gesundheitsverträglich angesehen werden kann. Und das auch nur unter der Voraussetzung, dass zwischendurch zwei alkoholfreie Tage eingelegt werden. „Mediziner-Regeln, die erahnen lassen, wie groß die Zahl derer sein muss, die öfter mehr trinken, als ihnen persönlich gut tut,“ erläutert Michael J. Fuchs, Regionalgeschäftsführer der BARMER in Freising.

 

"Outen" muss nicht sein!

Nicht jeder, der seinen Alkoholkonsum selbst als kritisch ansieht, "outet" sich gerne. Lieber wird in der Anonymität des World Wide Web nach Hilfe und Unterstützung gesucht. Auch aus diesem Grund werden internet-basierte Programme wertgeschätzt. Andere Vorzüge sind, dass sie an jedem beliebigen Ort und zu jeder Zeit genutzt werden können. Überdies konnte die Wirksamkeit dieser Online-Trainings hierzulande bereits im Bereich Stressreduktion und bei der Vorbeugung von Depressionen nachgewiesen werden.

 

Das sechswöchige Online-Programm "Clever weniger trinken" besteht aus sechs 30- bis 45-minütigen Lektionen und richtet sich an Menschen, deren Alkoholkonsum zwar riskant ist, bei denen aber dennoch keine Abhängigkeit diagnostiziert wurde. Sie sollen dabei unterstützt werden, ihre Trink-Gewohnheiten auf ein gesundheitsverträgliches Maß herunterzuschrauben.

 

Zentrales Element des Trainings ist das sogenannte Monitoring des eigenen Trinkverhaltens. Mit Hilfe eines Online-Tagebuchs wird dokumentiert, wann wie viel Alkohol konsumiert wurde und welche Stimmungslagen oder Situationen der Auslöser für dieses Trinkverhalten waren. Die Programm-Teilnehmer lernen sich neue gesundheitsförderliche Ziele zu setzen und auch mal "Nein" zum Alkohol zu sagen.

 

Onlinetraining: weniger Alkohol

"Clever weniger trinken" versteht sich als Präventionstraining. Dabei überprüft die Leuphana Universität Lüneburg gemeinsam mit der Barmer die Wirksamkeit des Online-Trainings im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie.

 

Interessiert? Die Teilnahme am "Clever weniger trinken"-Training ist im Rahmen der Studie kostenlos. Mehr Infos gibt es unter www.barmer.de/gesundheitscampus oder in der Geschäftsstelle in Freising in der Oberen Hauptstraße 48 - 50.


Kontakt- und Begegnungsstätte von Prop e.V. bietet Tagesstruktur und Gemeinschaft

Der Alltag von suchtkranken Menschen ist oftmals geprägt durch das Suchtmittel. Ein Großteil der gedanklichen Beschäftigung kreist um die Frage, wie kann ich mein Suchtmittel organisieren und wieder unbemerkt entsorgen. Das erschwert einen geregelten Tagesablauf.


Suchtkranken fehlt es oftmals an einer Tagesstruktur. Alles dreht sich um die Beschaffung des Suchtmittels und dem Bemühen, den Konsum geheim zu halten. Der normale Alltag hat keinen Platz mehr und stellt sich oft in einer „negativen“ Tagesstruktur dar, verbunden mit den entsprechenden Nachteilen u.a. hinsichtlich der Beziehungen.

 

Die Kontakt- und Begegnungsstätte (KoB) in Freising beschäftigt sich daher mit den Auswirkungen von unterschiedlichsten Lebensentwürfen sowie der damit verbundenen Anforderungen für Suchtkranke und bietet alkoholgefährdeten, alkoholabhängigen und mehrfachabhängigen Menschen einen festen Rahmen. „Die Bewältigung des Alltags fällt den meisten sehr schwer, daher liegt ein besonderer Schwerpunkt unserer Arbeit in der Tagesstrukturierung“, erklärt Felix Hartl, Leiter der KoB.


Eine Strukturierung der Zeit bzw. des Tages, wird von den meisten Menschen grundsätzlich positiv wahrgenommen. Im Gegensatz zu rein funktionalen Prozessen, benötigen Menschen Takt und einen Sinn. An fünf Tagen in der Woche können die Besucher der KoB Gemeinschaft und wertvolle Tätigkeit finden. Der Tagesablauf wird durch feste Angebote und das Erleben von einem gemeinsamen Miteinander geregelt. „Wichtig ist uns hier vor allem die Ressourcen zu stärken und den eigenen Antrieb zu aktivieren“, so Hartl. Das breite Spektrum an Aktivitäten trägt dazu bei.


„Seit ich die KoB besuche, ist wieder Land in Sicht“, erzählt einer der Besucher. Der 46-Jährige kam anfangs täglich und ist jetzt noch zwei bis drei Mal die Woche hier. „Ich habe mit der KoB einen festen Hafen gefunden, an dem ich immer wieder anlegen kann.“ Dass man hier Zeit hat und sich kümmert, das hat ihm geholfen. Durch die unterschiedlichen Aktivitäten hat er auch wieder gelernt sich für etwas zu begeistern, wie z.B. für Holzarbeiten. Das Handwerkliche liegt ihm. Von der KoB hatte er damals durch Zufall erfahren und ist dankbar für dieses Angebot. „Alleine hätte ich es nicht geschafft, das weiß ich jetzt.“

 

Aus Scham oder fehlendem Wissen kommen jedoch viele nicht im Hilfesystem an. Präventions- und Aufklärungsarbeit, wie z.B. die Aktionswoche Alkohol „Alkohol? Weniger ist besser!“ der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V., welche dieses Jahr in ganz Deutschland durchgeführt wird, sind daher unverzichtbar.

 

Auch der Arbeitskreis für Suchtfragen, in dem die Freisinger Kontakt- und Begegnungsstätte (KoB) Mitglied ist, möchte sich im diesem Rahmen zu Wort melden. Eine Woche lang, werden die verschiedenste Aspekte zur „Sucht“ sowie unterschiedliche Einrichtungen der Suchtkrankenhilfe vorgestellt.

Erfrischende Drinks für entspannte Sommerabende

Entspannt den Sommerabend genießen? Auf dem Balkon oder der Terrasse? Und dazu einen erfrischenden Drink? Das wäre es doch! Die folgenden beiden Rezepte machen es möglich:

 

„Pfirsichgold“

Zutaten:

  • 200 ml Pfirsich-Eistee
  •  20 ml frischer Limettensaft
  • 1 Spritzer Grenadine
  • ein halber Pfirsich
  •   Eiswürfel

 

Zubereitung:

Ein paar Eiswürfel in ein Glas geben, danach Eistee, Limettensaft und Grenadine hinzufügen. Das Ganze umrühren sowie einige Pfirsichstücke dazugeben und fertig ist der fruchtige Pfirsichgenuss! Zum Servieren am besten noch einen Löffel für die Pfirsichstücke dazugeben.

Quelle: http://www.null-alkohol-voll-power.de/machen/geniessbar/herbstcocktails/co/recipe/act/list/cocktail/pfirsichgold/

 

„Himbeer-Melisse-Lassi“

Zutaten:

  • 11 frische Himbeeren
  • 1 Stängel Melisse
  • 3 EL Naturjoghurt
  • 2 cl frisch gepresster Limettensaft
  • 3 cl Zuckersirup
  • gestoßenes Eis

 

Zubereitung:

Die Himbeeren verlesen und eine Beere für die Doku beiseite geben, die Melisse waschen und  einige Blätter sowie die Spitze abzupfen. Die Spitze ebenfalls zur Dekoration aufheben.

Die Himbeeren, Melissenblätter, den Naturjoghurt, Limettensaft, Zuckersirup sowie das gestoßene Eis (etwa ein halbes Longdrink-Glas voll) mit einem Mixer 15 Sekunden mixen.

Der Lassi ist nun fertig. Serviert wird er in einem Longdrink-Glas, dekoriert mit der Himbeere und der Melissenspitze. Außerdem gehört noch ein Trinkhalm dazu.

Quelle: http://www.kuechengoetter.de/rezepte/himbeer-melisse-lassi-82648

 

Viel Entspannung und Erfrischung wünscht der Arbeitskreis Suchtprävention.

Wohl bekomms!


Interview mit einem trockenen Alkoholiker

Herr A., 55 Jahre alt, lebt derzeit im Anton-Henneka-Haus, einer stationären Einrichtung für wohnungslose Männer mit besonderen sozialen Schwierigkeiten. Ein Interview:

 

Erzählen Sie bitte kurz etwas zu Ihrer Familiengeschichte:

A: Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen und habe zwei jüngere Schwestern. Meine Eltern leben noch auf diesem Bauernhof. Mein Großvater und mein Vater haben getrunken, jedoch für mich nicht auffällig. Ich kann mich nicht erinnern, dass beide jemals gewalttätig oder aggressiv gewesen wären. Dass meine Mutter nicht begeistert war, daran kann ich mich schon erinnern.

 

Wann haben Sie zu trinken begonnen und wie hat der Alkohol ihr Leben bestimmt?

A: Ich habe mit 16 Jahren den ersten Kontakt mit Alkohol gehabt. Ich hatte eine Lehre zum Konditor angefangen und bin an den Wochenenden in die Kneipe gegangen. Wenn die anderen frei hatten, musste ich arbeiten. Also blieb mir nur das Wochenende. Anfangs habe ich noch Fußball gespielt, was ich aber bald aufgegeben habe. Ich habe von Anfang an voll mitgesoffen, da alle gesoffen haben. Ganz oft wusste ich nicht mehr, was ich unter Alkohol alles gemacht habe. Da passierten auch Bösartigkeiten, genauso wie ganz viele lustige Sachen. Das Wochenendtrinken hat so ungefähr ein Jahr gedauert, bis ich dann auch während der Woche zum Saufen gegangen bin. Dass ich abhängig sein könnte oder werden würde, war mir nicht bewusst. Das war für mich auch nie ein Thema, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass ich damals schon ein Alkoholproblem haben könnte. Da habe ich auch nicht nachgedacht. Das war wie ein Film – reine Gewohnheitssache:

Nach der Arbeit nach Hause – dann schnell zum Wirt auf ein oder zwei Halbe – heim zum Essen und anschließend wieder zum Wirt. Dann waren es aber mehr Halbe. So war das immer – jeder Tag war gleich, wie bei „und täglich grüßt das Murmeltier“.

Einen guten Freund habe ich nie gehabt – nur die Saufkumpanen und mit den Frauen war das auch so eine Sache. Frauen waren für mich ein Spielzeug – wenn`s nicht mehr gepasst hat, dann habe ich sie ausgetauscht.

Als ich mit 19 dann zur Bundeswehr gekommen bin, da ging das mit dem Saufen natürlich weiter. Da habe ich nur noch Saufkumpane gehabt und war ansonsten ein Einzelgänger. Da war ich mir selbst am nächsten.

Auch nach der Bundeswehrzeit ging die Sauferei weiter – meine Lehre habe ich nicht beendet; Beziehungen zu Frauen gab es nur kurze.

Ich wohnte bis zu meinem 31. Lebensjahr zu Hause bei meinen Eltern. Der Alkohol war mein ständiger Begleiter, als ich dann ein „Vagabundenleben“ lebte: Mit Haustürgeschäften und Arbeit bei Drückerkolonnen habe ich mich finanziell einigermaßen über Wasser gehalten.

Ich war mehrere Male im Haus an der Pilgersheimerstraße und auch im Anton-Henneka-Haus, zwischenzeitlich habe ich auch auf der Straße gelebt. Über die Gelegenheitsjobs bin ich in ganz Deutschland unterwegs gewesen.

Zu meiner Familie hatte ich sehr wenig Kontakt und dorthin zurückgehen wäre nicht in Frage gekommen.

 

Seit 23.09.1999 leben Sie trocken. Wie kam es dazu?

A: Mitte 1999 habe ich noch einmal im Anton-Henneka-Haus um eine Aufnahme angefragt und die haben mich auch wieder ohne große Auflagen aufgenommen. Mir ging es gesundheitlich nicht gut – ich war mit meiner Kraft am Ende. Nach einem eindringlichen Gespräch mit dem Arzt habe ich zu Überlegen angefangen. Da hat der „Computer“ gearbeitet.  Nach dem Arztgespräch habe ich noch zwei Halbe auf dem Weg ins Anton-Henneka-Haus getrunken, meine Sozialarbeiterin aufgesucht und ihr gesagt, dass ich in Taufkirchen (Bezirkskrankenhaus) entgiften möchte. Da war ich dann! Und am 23.09.1999 hat mein neues Leben angefangen.

 

Sie sind jetzt wieder im Anton-Henneka-Haus. Wie kam es dazu?

A: Noch im Jahr 1999 bin ich in eigene Wohnung nach Moosburg gezogen und habe bis 2015 bei einer Zeitarbeitsfirma gearbeitet. Eine sehr arbeitsintensive und anstrengende Zeit, zumal ich immer verfügbar war . Die konnten mich immer anrufen – ich war verfügbar. Wenn ich jetzt zurückdenke, dann hätte ich dort schon viel früher aufhören sollen, denn ich war schon lange krank. Mein Stolz hat mich aber daran gehindert.  Unterm Strich ist auch finanziell nicht viel übrig geblieben und die Tage verliefen immer gleich: Arbeiten, essen, schlafen, arbeiten. Soziale Kontakte hatte ich privat keine.

Es ging mir psychisch und physisch immer schlechter – ich kümmerte mich nicht mehr um meine Post und konnte auch die Miete nicht mehr bezahlen. Alkoholrückfällig bin ich aber nicht geworden. Die Folge waren Wohnungslosigkeit, Kündigung  bei der Zeitarbeitsfirma meinerseits aus gesundheitlichen Gründen und Schulden. Wieder fragte ich im Anton-Henneka-Haus um eine erneute Aufnahme an und konnte auch dort wieder einziehen. Zuerst lebte ich im „nassen Wohnbereich“ und jetzt lebe ich im trockenen Wohnbereich im sogenannten „Himmelreich“.

 

Sind Sie stolz auf das, was Sie in den letzten fast 20 Jahren geschafft haben?

A: Nein! Auf was soll ich denn da stolz sein?? Ich hätte einfach nie zum Trinken anfangen dürfen. Diese fast 20 Jahre kann ich nicht mehr einholen und das beschäftigt mich fast täglich!

 

Wie schaffen Sie es, trocken zu leben?

A: Weil ich vor fast 20 Jahren den Schalter umgelegt habe, wenn Sie verstehen, und der ist umgelegt und da bleibt er nun! Und weil ich nie vergesse, welch ein A… ich unter Alkoholeinfluss gewesen bin.

 

Haben Sie ein Ziel?

A: Nein habe ich nicht. Ich nehme jeden Tag wie er kommt.