2. Dialogforum zur Bildungsregion: Landkreis übergibt Bewerbung

„Wir wollen Bildungsregion in Bayern werden.“ Dieses Ziel erklärte Landrat Josef Hauner am Dienstag, 27. Juni, beim zweiten Dialogforum im randvoll besetzten Großen Sitzungssaal des Landratsamts erneut. In diesem Rahmen übergab der Landrat offiziell die Bewerbung des Landkreises Freising an den dafür zuständigen Ministerialrat Bernhard Butz vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wirtschaft und Kunst. Außerdem wurden die Ergebnisse der Arbeitsgruppen präsentiert – und das neue Bildungsportal, das erste konkrete Projekt, das bereits umgesetzt ist.

 

„Wir verstehen uns als Schul- und Bildungslandkreis“, betonte Landrat Hauner in seiner Begrüßung. Daher sei es auch der eigene Anspruch, „Bildungsregion in Bayern“ zu werden und die Bildungslandschaft im Landkreis nachhaltig zu verbessern. Ziel ist, die Zukunft der jungen Menschen in der Region mit einem passgenauen Bildungsangebot zu sichern. Mehr als ein Jahr lang waren zahlreiche Leiterinnen und Leiter von Schulen im Landkreis, Professionelle und Ehrenamtliche in der Bildungs- und Jugendarbeit und verschiedene Akteure des Arbeitsmarkts in sechs Arbeitsgruppen aktiv. Die Ergebnisse wurden nun im zweiten Dialogforum der Öffentlichkeit präsentiert.

 

28 neue Projekte geplant

Entstanden sind eine Bestandsaufnahme einer Vielzahl bereits existierender Maßnahmen, aber auch 28 neue Projekte, die kurz- bis mittelfristig umgesetzt werden sollen. „Wir können sicher nicht alles auf einen Schlag erledigen. Aber diese guten Ideen sollen nicht in der Schublade verschwinden“, betonte Hauner. Stichwort: Nachhaltigkeit! Darum soll – wenn möglich noch heuer – ein Bildungsmanager angestellt werden.

 

Der Bewerbungsprozess habe „wie ein Brennglas auf die Bildungslandschaft im Landkreis Freising“ gewirkt, sagte Petra Lichtenfeld, die sich am Landratsamt federführend darum gekümmert hat. Fazit:  „Wir sind im Landkreis gut aufgestellt, doch es gibt noch Verbesserungspotenzial.“ Sehr zu schaffen mache beispielsweise der Fachkräftemangel. „Es gibt eine regelrechte Fachkräfteabwanderung.“ Dem gilt es entgegenzutreten. Den Aktiven in den Arbeitsgruppen sprach Lichtenfeld ihren Dank aus. „Die Ergebnisse sind absolutes Teamwork. Alle haben an einem Strang gezogen.“

 

Die Regierung von Oberbayern habe den Bewerbungsprozess begleitet, betreut und unterstützt und werde das auch weiterhin tun, versprach Regierungsvizepräsidentin Andrea Degl. Dieser sei „unglaublich wichtig“, denn der weiter anhaltende Zuzug in der Region um München werde die Kommunen „vor ganz gewaltige Herausforderungen stellen“, so Degl. Um denen gerecht zu werden, brauche es „kreative und gute Lösungen, wie hier“. Dem konnte Ministerialbeauftragter Ernst Fischer, Sprecher der Konferenz der Schulaufsicht in Oberbayern, nur zustimmen: „Bildung braucht Handeln. Das haben Sie hier im Landkreis Freising bewiesen. Sie haben tolle Arbeit geleistet.“

 

„Wichtiges Etappenziel erreicht“

Mit dem zweiten Dialogforum habe man „ein wichtiges Etappenziel erreicht“, betonte der leitende Ministerialrat Bernhard Butz vom Kultusministerium. Zu dem bisherigen Erfolg gratulierte er dem Landkreis, auch im Namen von Kultusminister Ludwig Spaenle. Insgesamt 72 von 96 Landkreisen und kreisfreien Städten in Bayern engagierten sich bereits in der Initiative „Bildungsregionen in Bayern“. „Wir waren selber überrascht über die Resonanz“, so Butz. Die Gemeinden hätten offensichtlich die Bedeutung von Bildung erkannt. „Hier in Freising haben Sie ganz konkret überlegt, welche Projekte Sie realisieren wollen.“ Das Kultusministerium wolle gute Maßnahmen weitertragen und anderen Regionen vorschlagen.

 

Anschließend präsentierten die Leiter der einzelnen Arbeitskreise ihre jeweiligen Ergebnisse und benannten zum Teil wichtige Vorhaben. Irmintraud Wienerl, Leiterin des Arbeitskreises 1, „Übergänge organisieren und begleiten“,, beispielsweise sprach über das bereits umgesetzte Projekt „Hand in Hand“. Dabei kooperierte die Grundschule Mauern mit der Fachakademie für Sozialpädagogik. Susanne Hoyer, Arbeitskreis 5, „Herausforderungen des demografischen Wandels annehmen“, lobte das Haus des Kindes in Hohenkammer als Leuchtturmprojekt. „Eine ganz tolle Geschichte.“

 

Alle Ergebnisse sind in der Bewerbung zu finden. Auf der Homepage der Bildungsregion sind alle weiteren Informationen abrufbar.

 

Dort ist ab sofort auch das neue Bildungsportal eingestellt, das parallel zur Bewerbung entwickelt wurde. Dieses Internetangebot soll sämtliche Angebote im Bildungsbereich für die Bürgerinnen und Bürger bündeln und zugänglich machen und wird in Kürze freigeschaltet.

 

Musikalisch umrahmt wurde das zweite Dialogforum übrigens von Schülern des Camerloher Gymnasiums. „Wenn wir schon Sachaufwandsträger eines musischen Gymnasiums sind, dann sollen die Schüler bei so einem Anlass auch ihr Können beweisen dürfen“, sagte Hauner.

Landrat Josef Hauner (Mitte) übergab die Bewerbung offiziell an Ministerialrat Bernhard Butz (l.) und den Ministerialbeauftragten für die Realschulen in Oberbayern West, Ernst Fischer

"Der Landkreis ist gut aufgestellt", resümierte die Bildungsregion-Verantwortliche Petra Lichtenfeld

Regierungsvizepräsidentin Andrea Degl versprach dem Landkreis weiterhin die Unterstützung der Regierung

Fast alle Arbeitskreisleiter waren gekommen

Eine "aktive Pause" verordnete Ernst Fischer den Anwesenden

Ein "Leuchtturmprojekt" ist das Haus des Kindes in Hohenkammer für die Bürgermeisterinnen Susanne Hoyer (r.) und Eva Bönig

Musik aus dem Camerloher Gymnasium

Der Große Sitzungssaal war voll besetzt

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