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6. Pressekonferenz zum Thema Coronavirus im Landkreis Freising

Statusbericht bei der Pressekonferenz zum Coronavirus im Landratsamt am 2. April: Seit dem 29. Februar 2020 sind in Landkreis Freising 581 Personen positiv auf das neuartige Coronavirus (COVID-19) getestet worden, davon sind 215 Personen inzwischen wieder genesen. Seit dem 19. März sind 10 Personen an dem Virus verstorben. Alle Verstorbenen hatten Vorerkrankungen.

 

 

Im Klinikum spüre man inzwischen eine „deutliche Belastung“ der Mitarbeiter, doch seien diese auch „hochmotiviert“, berichtete der Ärztliche Direktor PD Dr. Markus Neumaier bei der wegen der eingehaltenen Abstände großen Runde im Landratsamt. „Bisher ist nur ein einziger Mitarbeiter positiv getestet worden – was ein guter Wert für ein Klinikum ist.“ Schutzkleidung sei je nach Artikel noch für ein bis vier Wochen ausreichend vorhanden. Für Spenden von der Bevölkerung als auch für die Beschaffungen durch die Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) bedankte sich Neumaier herzlich. So verfügt das Klinikum aktuell über 12 reguläre Beatmungsplätze und vier Notfallgeräte. Über die FüGK werden derzeit noch drei Beatmungsgeräte beschafft, fünf weitere sind angefragt. Aktuell befinden sich 67 COVID-19-Patienten im Klinikum, 13 davon auf der Intensivstation, 11 werden von ihnen werden beatmet.

 

 

„Ohne dass die FüGK – und dort vor allem Mitarbeiter Florian Brunnbauer – bei der Beschaffung von Material aktiv ist, wäre es nicht möglich die Ärzteschaft und das Klinikum ausreichend zu versorgen“, betonte Landrat Josef Hauner. Pflegeheime, bei denen grundsätzlich der jeweilige Betreiber verantwortlich ist, erhalten ebenfalls Unterstützung durch das Landratsamt. So ist auch das Heim der AOK in Moosburg, in dem laut Medien Pflegekräfte zuletzt ohne Schutz gearbeitet haben sollen, vom Landratsamt beliefert worden, stellte der Landrat klar.

 

 

Über die Situation des Pflegeheims in Au, das von Coronavirus-Infektionen stark betroffen ist, berichtete Christine Setzepfandt vom Gesundheitsamt. Dort sind aktuell 36 Bewohner positiv getestet worden. Neun Bewohner wurden ins Krankenhaus verlegt, 27 sind im Haus isoliert. Auch elf Mitarbeiter sind positiv getestet worden und befinden sich in häuslicher Quarantäne.

 

 

Bei der Pressekonferenz waren außerdem zwei neue Mitstreiter des Corona-Krisenstabs vertreten: Die neue Leitung des Gesundheitsamtes Dr. Kathrin Mariß-Heinrich stellte sich vor, sie übernimmt die Stelle von Vorgänger Dr. Lorenz Weigl. Christine Setzepfandt hatte die Leitung zwischenzeitlich kommissarisch inne.

 

 

Georg Miedl vom Ärztlichen Kreisverband Freising begrüßte den neuen Versorgungsarzt für den Landkreis Freising: Dr. Mark Bardenheuer ist unmittelbar an die Katastrophenschutzbehörde angebunden. Seine Aufgaben bestehen unter anderem darin eine ausreichende Versorgung mit ärztlichen Leistungen zu koordinieren und so die ärztliche Grundversorgung aufrechtzuerhalten. Gerade durch die Lieferung von Schutzmaterial durch den Landkreis könnten die niedergelassenen Ärzte weiterarbeiten, bekräftigte Miedl.

 

 

Kreisbrandrat Manfred Danner sprach als Örtlicher Einsatzleiter sein Lob an die Einsatzkräfte aus, die vor allem ehrenamtlich agieren. Feuerwehr und THW hatten in der vergangenen Woche 1000 Flächendesinfektionsmittel für den Landkreis selbst hergestellt und verteilt, noch in dieser Woche sollen weitere 2000 Liter folgen. „Wir haben derzeit aber keine typische Feuerwehrlage“, sagte Danner. Zurzeit hänge es vor allem an den Menschen in weißer Kleidung.

 

 

Deutliche Worte sprach Freisings Polizeichef Ernst Neuner, nachdem die Zahl der Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen im Landkreis zuletzt stark anstieg: „Wir werden verstärkt kontrollieren. Wir werden auch verstärkt zur Anzeige bringen.“ Die Verstöße könnten nach dem Bußgeldkatalog mit Sätzen von 250 Euro geahndet werden. „Ein Großteil der Bevölkerung hält sich an die Beschränkungen“, mahnte Neuner. „Es kann nicht sein, dass ein kleiner Teil diese Bemühungen zunichtemacht.“

 

 

Einen besonderen Dank an die fleißigen Masken-Näherinnen und -Näher im Landkreis überbrachte in der Runde schließlich noch Karoline Schatz, Abteilungsleiterin für Öffentliche Sicherheit und Ordnung. 630 Freiwillige hätten sich bereits gemeldet, um mehrere Stück eines einfachen Mund-Nasen-Schutzes anzufertigen. Der entsprechende Vliesstoff ist von der Feuerwehr Marzling zugeschnitten worden und wird nun verteilt. Hintergrund der Aktion ist die Initiative des Bayerischen Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger, der den Maskenstoff den Landkreisen zur Verfügung stellt.

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