Aufatmen: Das Tierheim ist fertig

Einige Kätzchen und Katzen waren bei der Eröffnung bereits eingezogen, auch eine Schildkröte paddelte schon durchs neue Becken: Zahlreiche Gäste, darunter auch einige mit Schnauzen und Pfoten, kamen die Bewohner besuchen – bei der offiziellen Einweihung des ersten Tierheims des Landkreises am 22. Juli.

 

„Ein Tierheim zu bauen kann ja nicht so schwer sein, habe ich mir vor zehn Jahren gedacht. Es war die größte Fehleinschätzung meines Lebens“, resümierte Joseph Popp bei der Feier auf einem Grundstück bei Neufahrn, genau zwischen Mintraching und Dietersheim. Jahrelange Kämpfe des Freisinger Tierschutzvereins mit Popp an der Spitze waren diesem Tag vorausgegangen: eine fast endlose Reihe von Auseinandersetzungen mit den Gemeinden und den Behörden, in denen es um Anträge, Hindernisse, Änderungen und  Verzögerungen ging.

 

In den Bürgermeisterversammlungen hätten sich besonders Landrat Josef Hauner und Freisings Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher für den Tierheimbau stark gemacht, bedankte sich Popp bei der großen Einweihungsfeier. Da es in Bayern keine staatliche Unterstützung für Tierheime gibt, habe der Landkreis zwar keine finanzielle Unterstützung leisten können, so Popp, „aber Sie haben uns immer wieder angespornt und viel für uns getan“.

 

Für die noch fehlenden Außenlagen und Zäune sammelt der Tierschutzverein Spenden

 

Das Modell der Landkreisgemeinden, um Bau und laufenden Betrieb mitzufinanzieren, sieht eigentlich fünf Cent pro Einwohner vor. Doch bisher zogen nicht alle 24 Gemeinden mit. So ist der Bau ohne ersten Stock geblieben, nicht nur der südliche Trakt ist kleiner ausgefallen als ursprünglich geplant. Für die noch fehlenden Außenlagen und Zäune sammelt der Verein derzeit Spenden. Etwa 45 000 Euro sind dafür nötig.

 

„Es sollte Schule machen, dass sich Gemeinden gemeinsam für Ziele einsetzen“, sagte Hauner. „Ich hoffe, dass sich noch weitere Gemeinden anschließen werden.“ Damit waren die Neun gemeint, die sich nicht am Tierheimbau beteiligt haben. Sie haben derzeit noch Fundtierverträge mit anderen Einrichtungen. Bei der Gemeinde Neufahrn bedankte sich Hauner besonders, denn Neufahrn hatte das Grundstück zur Verfügung gestellt. „Engagierter Tierschutz ist ein Beitrag zur Humanität eines Landes“, betonte indes Bürgermeister Franz Heilmeier.

 

Das nach der früheren Vorsitzenden des Tierschutzvereins, der verstorbenen „Tiermutter von Freising“, benannte  "Brigitte-Seulen-Haus" kommt ohne Schnickschnack aus. Lediglich ein Graffiti hat man angebracht. „Tieren zu helfen ist unsere Motivation“ hat der 13-jährige Vincent Bauer aus Freising an eine Außenwand gesprüht. Motivation ist das Stichwort, ohne sie hatte sich der Verein über die Jahre nicht durchsetzen können. „Hier wird ein Stück Menschlichkeit praktiziert“, sagte Hauner und bedankte sich bei Popp für dessen „ausdauernden und unerschrockenen“ Einsatz. Der Landrat lobte das ehrenamtliche Engagement der Vereinsmitglieder zum Wohle schutzbedürftiger Lebewesen. Die Mitglieder hatten in Ermangelung eines Tierheims jährlich etwa 300 bis 400 Tiere in Privatwohnungen gepflegt und mit kreativen Aktionen Spenden gesammelt.

Weitere Infos unter: www.tierschutzverein-freising.de

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