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Coronavirus: Zwei Personen im Landkreis verstorben – Teststelle nur für angemeldete Personen eingerichtet

„Die Lage ist ernst, auch im Landkreis Freising.“ Mit klaren Worten hat Landrat Josef Hauner die Situation um das Coronavirus am Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz beschrieben. Zum Stand 19. März, 12.30 Uhr waren 145 Personen aus dem Landkreis Freising mit COVID-19 infiziert. Außerdem sind am Donnerstag zwei Personen aus dem Landkreis verstorben, die die Krankheit nachweislich hatten und im Klinikum Freising untergebracht waren.

 

Insgesamt 32 Patientinnen und Patienten sind derzeit (Stand 19. März) im Freisinger Klinikum isoliert, acht davon liegen auf der Intensivstation, sechs werden beatmet. „Wir bereiten uns darauf vor, dass mehr Schwerkranke zu uns kommen“, sagte der Ärztliche Direktor PD Dr. Markus Neumaier. Deshalb seien inzwischen die Intensivkapazitäten verdoppelt worden. Um Platz für eine noch bessere Trennung von Coronapatienten zur „normalen“ Notaufnahme zu schaffen, zieht die KVB-Bereitschaftspraxis in der kommenden Woche um.

 

Da die Fallzahlen exponentiell steigen, könne man die Infizierten nun „nicht mehr auf einen bestimmten Personenkreis eingrenzen“, sagte Christine Setzepfandt, Leiterin des Gesundheitsamts Freising. Mit der steigenden Zahl der positiv Getesteten erhöht sich auch der Aufwand für das Gesundheitsamt, die jeweiligen Kontaktpersonen zu ermitteln. Damit sich die Ärzte des Gesundheitsamtes auf diese Aufgabe konzentrieren können, wurde nun eine Corona-Teststelle am Landkreisbauhof in Zolling eingerichtet, die am Donnerstag in Betrieb ging.

 

Dort werden registrierte Kontaktpersonen von Infizierten getestet, die zusätzlich entsprechende Symptome aufzeigen. „Entscheidend ist, dass nur Personen herkommen können, die vom Gesundheitsamt einen Termin bekommen haben“, sagte Landrat Hauner. Personen, die keinen Termin haben, werden umgehend von Polizei oder Sicherheitsdienst abgewiesen, damit die erforderlichen Abstriche effektiv durchgeführt werden können. „Wer sich unbefugt Zutritt auf das Gelände verschafft, macht sich strafbar – darauf weist die Polizei hin.“ Die Betroffenen können mit dem Auto durch zwei Zelte fahren, werden zunächst registriert und anschließend getestet. Aufgebaut hatten die Strecke die Landkreis-Feuerwehren und das THW Freising, wofür sich der Landrat herzlich bedankte.

 

Unterstützung erhält das Gesundheitsamt zusätzlich von den niedergelassenen Ärzten im Landkreis, die inzwischen schon etwa zwei Drittel der positiven Fälle gemeldet haben. „Wir sind sehr aktiv“, sagte Georg Miedl, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbandes Freising. Außerdem hätten sich zahlreiche Kolleginnen und Kollegen bereit erklärt, mitzuhelfen, die Krise in den Griff zu bekommen. „Ich spüre eine große Solidarität.“

 

Wichtig war es dem Landrat zu erwähnen, dass Patienten weder am Gesundheitsamt noch an der Teststelle ärztlich behandelt werden. „Dazu wenden Sie sich bitte an den Hausarzt.“ Inzwischen würden auch schon Kontaktpersonen und Infizierte aus der Isolierung entlassen. „Die häusliche Quarantäne aufheben kann nur das Gesundheitsamt“, betonte Hauner.

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