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Der regionale Arbeitsmarkt im März: Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt schwer abzuschätzen

"Wegen der Corona-Krise erleben wir aktuell eine Situation, die uns alle vor große Herausforderungen stellt – und die auch Folgen für den Arbeitsmarkt hat. Die seitdem sehr dynamische Entwicklung lässt eine genauere Prognose auf die Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und Beschäftigung allerdings frühestens ab dem nächsten Monat zu", sagt Nikolaus Windisch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Freising.

 

Zur Einschätzung der Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt komme erschwerend die Unsicherheit hinzu, wie lange die Corona-Krise anhält und wie schnell die Betriebe anschließend wieder in ihr normales Geschäft einsteigen können. "Unser Forschungsinstitut, das IAB, geht davon aus, dass die Arbeitslosigkeit in Deutschland im Jahresdurchschnitt um 90.000 Personen steigen wird." In seiner Annahme unterstelle das IAB, dass ein Teil der Wirtschaftstätigkeit für sechs Wochen ausfällt und dann über einen ebenso langen Zeitraum zur Normalität zurückkehrt, so Windisch.


Die aktuellen Arbeitsmarktdaten beziehen sich auf den 12. März 2020, der statistische Zähltag für den Berichtsmonat März. Zu diesem Zeitpunkt standen wir noch am Beginn der Coronavirus-Pandemie. Maßnahmen der Politik, die wirtschaftlichen Aktivitäten stark eingeschränkt haben, setzten erst danach ein. Somit wird die tatsächliche Lage am Arbeitsmarkt mit den aktuell vorliegenden Daten noch nicht abgebildet.


„Die einsetzende Frühjahrbelebung hatte die Arbeitslosigkeit um 632 auf 7.379 sinken lassen. Das entsprach einer Arbeitslosenquote von 2,0 Prozent im Monat März. Wir gehen davon aus, dass sich der Trend im April umkehrt. Angesichts der in weiten Teilen ruhenden Wirtschaft bleiben Neu- und Wiedereinstellungen in fast allen Wirtschaftsbereichen vorerst aus", so Nikolaus Windisch weiter.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften setzte sich zahlenmäßig nahezu unverändert fort. Die Zahl der offenen Stellen lag im Agenturbezirk Freising insgesamt bei 4.844 Stellen und damit leicht über dem Niveau im Februar.


Umsteuerung der Arbeitsagenturen und Jobcenter (gE)

"Für uns hat die Existenzsicherung für Unternehmen und Arbeitnehmer in der aktuellen Situation die oberste Priorität. Die Geldleistungen müssen schnell fließen. Dafür haben wir unsere Organisation binnen einer Woche intern umgestellt. Die besonders geforderten Bereiche haben wir personell aufgestockt. Die Agenturen und Jobcenter haben für eine verbesserte Erreichbarkeit zusätzliche Telefonnummern eingerichtet. So können die unterschiedlichen Kundenanliegen bestmöglich bearbeitet werden."


Personalbedarfe in der gegenwärtigen Situation bestehen in der Gesundheitsbranche, in der gesamten Kette der Lebensmittelversorgung und im Onlinehandel. In der Region werden vorrangig Arbeitskräfte für den Einzelhandel incl. Lieferdienste und Lager/Logistikbereich sowie Saisonkräfte für die Landwirtschaft nachgefragt.


Es ist davon auszugehen, dass die Corona-Pandemie und die zu ihrer Eindämmung ergriffenen Maßnahmen deutliche Auswirkungen auf die Beschäftigung haben werden. Anders als während der Finanzkrise 2008/2009 betreffe die aktuelle Krise nahezu alle Branchen, erklärte Nikolaus Windisch.

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