Pfrombach feiert 91 Jahre Zugehörigkeit zum Landkreis Freising

„Eine historisch bedeutsame Begebenheit“ ereignete sich am 10. Februar 1927. Die Neubürger aus Pfrombach wurden bei einer kleinen Feier im Gasthaus Sainer begrüßt. Die Gemeinde war vom damaligen Bezirksamt Erding getrennt und dem Bezirksamt Freising „einverleibt“ worden. Genau 91 Jahre später trafen sich dort wieder Vertreter aus Politik, Vereinen, Kirche und Bürgerschaft, um an dieses Ereignis zu erinnern – und gleichzeitig daran, dass Pfrombach seit 40 Jahren zur Stadt Moosburg gehört.

 

Endlich sei „ein beidseitig lang ersehnter Wunsch in Erfüllung“ gegangen, zitierte Heimatvereinsvorsitzender Anton Neumaier aus dem Moosburger Tagblatt vom Februar 1927. Nun brauchten die vielen Landwirte und Bürger für Behördengänge nicht mehr ins entfernte Erding fahren, sondern konnten das meiste in Moosburg erledigen. Dort befanden sich ja seinerzeit unter anderem das Forstamt, das Amtsgericht und auch die Kreislandwirtschaftsschule.

 

„Es war die richtige Entscheidung, sich dem Landkreis Freising und der Stadt Moosburg anzuschließen“, sagte Landrat Josef Hauner. Laut eines Vergleichstests, den das Nachrichtenmagazin Focus kürzlich veröffentlicht hat, liegt der Landkreis Freising im Bereich „Lebensqualität“ an zweiter Stelle aller bundesdeutschen Landkreise, erinnerte Hauner. „Ihre Vorgänger waren also auf dem richtigen Pfad.“ Der Landrat erinnerte an die Gebietsreform in den 1970er Jahren, die zwar von vielen Protesten begleitet worden seien, weil zahlreiche Landkreise und Gemeinden aufgelöst wurden. „Aber man kann auch unangenehme Wahrheiten erklären, wenn man sie gut begründet.“

 

55.800 Einwohner hatte der Landkreis Freising Anfang des 19. Jahrhunderts. Er wuchs rasant, 1950 waren es 82.000, 1978 schon über 109.000 und heute mehr als 175.000. Tendenz steigend. Und das Wachstum bringt Herausforderung im Hinblick auf Verkehr, Wohnraum und Infrastruktur mit sich. „Wir kämpfen heute mit den Folgen unseres Erfolges“, sagte Hauner.

 

Pfrombach könne sich jedoch glücklich schätzen, Teil von Moosburg zu sein, das „ein ganz wichtiges Zentrum im Landkreis“ geblieben sei. Obwohl es früher die einzige Stadt war und heute von der Einwohnerzahl hinter der rasant entwickelten Gemeinde Neufahrn liegt. Attraktiver Wohnort, beste Verkehrsanbindung, wunderbare Landschaft, Kulturstadt, zählte der Landkreischef die Vorzüge auf.

 

Als letzter der drei Ortsteile seien Pfrombach und Aich zum 1. Januar 1978 der Stadt Moosburg angegliedert worden, sagte Bürgermeisterin Anita Meinelt. Aus den 676 seien seither 946 Einwohner geworden – „ein gemäßigtes Wachstum“. Pfrombach habe jedoch auch mit dem Kraftwerk und der früheren Firma NAU zwei große Unternehmen zur Stadt gebracht. In diesem Zusammenhang betonte sie, man hoffe, dass die neue Zufahrt ins ehemalige NAU-Gelände von der Staatsstraße aus nun bald Realität werde.

 

Als die hohen Herren am 10. Februar 1927 beim Sainer zusammensaßen hätten sich viele „bemüßigt gefühlt, etwas zu sagen“, erzählte Neumaier, der die Historie zusammengetragen hatte. Und die Freude sei groß gewesen. Martin Deutinger, Pfrombachs damaliger Bürgermeister, hatte den Übergang jahrelang vorbereitet und dafür die silberne Medaille der Bezirksbauernkammer bekommen, aus den Händen von Landesoekonomierat Georg Schweiger aus Feldkirchen. 91 Jahre später waren mit Martin Deutinger, Hans und Georg Schweiger drei Enkel dieser bedeutenden Männer anwesend. „Ich freue mich, dass die familiären Zusammenhänge nach so langer Zeit noch bestehen“, sagte Landrat Hauner. Es folgten noch ein paar gemütliche Stunden „im idyllischen Dörfchen Pfrombach“ – wie schon 1927.

Bei der Feier dabei (v.l.) Stadtpfarrer Reinhold Föckersberger, Bürgermeisterin Anita Meinelt, die Nachfahren der damaligen Akteure Georg und Hans Schweiger und Martin Deutinger sowie Landra Josef Hauner und Heimatvereinsvorsitzender Anton Neumaier

Bürgerservice Kontakt

Kontakt
Sie können uns Ihre Fragen, Wünsche, Anregungen oder Beschwerden mitteilen. Wir werden diese umgehend bearbeiten und Sie darüber informieren, wie es weiter geht.
Mit der Nutzung dieses Formulares stimmen Sie zu, dass wir Ihre Daten speichern und verarbeiten. Weitere informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.

Bürgerhilfsstelle