Einzigartig in Bayern: Brandübungscontaineranlage am Feuerwehrausbildungszentrum eingeweiht

Übungen im Echtbetrieb ermöglicht die Anlage

Die Gäste durften staunend zuschauen

Vom Dach kann man das Abseieln üben

Im Inneren kann ein Küchenbrand simuliert werden

Der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Freising begleitete den Festakt musikalisch

Spalier für die Bevölkerung

Ein Blick durch die Wärmebildkamera brachte bei der Rauchentwicklung Licht ins Dunkel

„Eine bayernweit einzigartige Einrichtung“, „So etwas gibt es im deutschsprachigen Raum noch nicht“. Der Landkreis Freising setzt mit der neuen Brandsimulations- und Löschtrainingsanlage in Zolling Maßstäbe. Am Sonntag (16. Oktober) wurde der zweistöckige Containerbau im Landkreisbauhof eingeweiht. Gleichzeitig wurde das 25-jährige Bestehen der Atemschutzübungsanlage gefeiert und das gesamte Areal umbenannt. Es heißt nun Feuerwehrausbildungszentrum.  Bei einem Tag der offenen Tür am Nachmittag samt spannendem Programm konnte sich die Bevölkerung „selbst ein Bild von der Leistungsfähigkeit der Feuerwehren im Landkreis Freising machen“, sagte Landrat Josef Hauner bei der Eröffnung.

 

„Mit der neuen Anlage kann ein vielfältiges Spektrum an Ausbildungstätigkeiten abgedeckt werden“, sagte Landrat Hauner. „Grundausbildung, Realbrand, Absturzsicherung. Wir haben ein Übungshaus für alle geschaffen“, fügte Christian Riedl, Fach-Kreisbrandmeister Ausbildung, hinzu. „Das Gebäude ist multifunktionell nutzbar.“ Und zwar auch für die kleinen Feuerwehren in den Gemeinden. Wer dort eine Übung abhalten will, muss sich nur entsprechend anmelden.

 

Von der Grundausbildung bis zum Vollbrand

In dem Brandschutzübungscontainer können zukünftig neben „normalen Einsätzen“  mit Nebelmaschine auch andere Szenarien wie die Rettung von Personen aus einem verrauchten Zimmer simuliert werden. Aufgrund der Höhe kann aber auch die Absturzsicherung bei der Bergung von Verletzten aus großen Höhen geübt werden.

 

Der wichtigste Aspekt aber ist die sogenannte „Heißbrandausbildung“. Die Brand- und Löschtrainingsanlage beinhaltet einen holzbefeuerten Übungsraum, der mit Holzplatten ausgekleidet ist, um möglichst real einen Zimmerbrand mit den dort herrschenden Temperaturen von fast 400 Grad zu proben. „Im Vollbetrieb sind sogar 600 bis 800 Grad drin“, sagte Riedl.

 

Bei einer Vorführung konnten die Gäste staunend zuschauen, was mit der Übungsstrecke möglich ist. „Hier drin können unsere Einsatzkräfte einen Brand von der Entstehung bis zum Vollbrand live und in Farbe erleben“, sagte Fach-Kreisbrandmeister Stephan Steinberger. Die Teilnehmer können beobachten, wie sich das Feuer verhält, und daraus im Echtbetrieb lernen, wie man sich richtig verhält. Simuliert wurde ein „Flashover“, bei dem sich der Brandrauch plötzlich entzündet. Diese Situation ist für die Feuerwehrleute besonders gefährlich. „Wir zeigen ihnen, wie man das verhindern kann.“

 

Hoher Standard, hoher Lernerfolg

Um eine optimale Ausbildung zu gewährleisten, befinden sich verschiedenste Steuermöglichkeiten für die Brandsimulationen in der Übungsanlage, die von entsprechend ausgebildeten Trainern überwacht werden. Im Gefahren- und Notfall können die Räume sofort mit Hilfe der vorhandenen Sicherheitseinrichtungen entlüftet werden. Einer der bisher sechs Trainer für die Heißbrandausbildung ist bei jeder Übung mitten im Geschehen. „Das ist ein sehr hoher Standard, aber bringt einen wahnsinnigen Lernerfolg“, sagte Riedl.

 

Vor 25 Jahren wurde die Atemschutzübungsanlage im Landkreisbauhof eingerichtet. Landrat Hauner dankte dem damaligen Landkreischef Ludwig Schrittenloher für dessen „weitsichtige Entscheidung“. „Ohne seinen Einsatz könnten wir heute kein Jubiläum feiern“, betonte Kreisbrandrat Heinz Fischer, der in die Vergangenheit und in die Zukunft blickte. Sieben Lehrgänge habe man hier im Jahre 1991 abgehalten. Inzwischen sind es 32 Aus- und Weiterbildungsschulungen pro Jahr. „Tendenz steigend.“ Darum sei der zweite Schulungsraum, der am Sonntag ebenfalls den kirchlichen Segen erhielt, „unverzichtbar“ gewesen. Für den Einsatzerfolg, die Sicherheit der Feuerwehrleute und die Rettung von Menschenleben sei die kontinuierliche Weiterbildung immens wichtig, so Fischer. Daher werde man in näherer Zukunft nicht um eine Erweiterung des Ausbildungszentrums herum kommen.

 

Etwa 400.000 Euro investiert der Landkreis Freising in die Übungsstrecke, für den Betrieb werden jährlich weitere 25.000 Euro anfallen. „Und der Landkreis wird auch in Zukunft darauf achten, dass die Feuerwehren gut ausgerüstet und hervorragend ausgebildet sind“, versprach Hauner.