Erster Praktikertag des Projekts "Allen Unkenrufen zum Trotz"

Am Ende durften sich die Teilnehmer der Exkursion nochmal richtig freuen. In einem kleinen Tümpel sahen sie die kleinen Tierchen, derentwegen sie hergekommen sind: die Gelbbauchunke. Am Freitag, 7. April, fand der 1. Praktikertag im Rahmen des Projekts „Allen Unkenrufen zum Trotz“ im Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen statt. Der Landkreis sei „eines der Zentren für Unken“, sagte der dortige Leiter des Naturschutzamtes, Siegfried Geißler.

 

Die Bombina variegata zählt mit ihren sechs Zentimetern Körpergröße und bis zu zwölf Gramm zählt sie sicher nicht zu den Schwergewichten in der Tierwelt. Wenn der kleine Froschlurch gut getarnt ist, dann kann man ihn schon übersehen. Aber wehe, wenn er seinen Bauch zeigt. Der leuchtet strahlend gelb und signalisiert den Fressfeinden: Ich bin leicht toxisch! „Das Amphib in die Hand nehmen und sich dann in die Augen fassen. Schlechte Idee“, warnte Dr. Miriam Hansbauer. Die Koordinatorin vom Landratsamt Freising erläuterte zunächst, wofür das Projekt „Allen Unkenrufen zum Trotz“ ins Leben gerufen wurde.

 

Die Gelbbauchunke steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. „Die Bestände gehen allerorten zurück. Ihr Erhaltungszustand ist unzureichend“, sagte Hansbauer. Darum haben sich sechs oberbayerische Landkreise zusammengetan, um die Froschlurche zu schützen.

 

Bei einer Exkursion bekamen die rund 20 Teilnehmer – darunter unter anderem Vertreter der Landratsämter, des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Pfaffenhofen, der Bundesforsten, aber auch Studenten – als erstes ein ursprüngliches Gelbbauchunken-Biotop zu sehen. Die Reise ging in die Donauauen. Bei einem Spaziergang erläuterte Karlheinz Schaile vom Bund Naturschutz die verschiedenen Lebensräume.

 

Zum Schutz der Gelbbauchunke braucht es engagierte Grundeigentümer und Kiesabbauunternehmen sowie Privatpersonen, die die Laichgewässer freiwillig erhalten und pflegen. „Wir wollen Grundeigentümer motivieren, mit Schaufel oder Bagger Pfützen oder Tümpel anzulegen“, sagte Schaile. Doch auch kleine Maßnahmen helfen. „Die Unke braucht nicht viel“, betonte Jörg Steiner, Leiter des Amtes für Naturschutz im Landratsamt Freising. Nicht jeder Garten müsse ausschauen wie ein englischer Rasen. „Je mehr Struktur desto besser. Das kann vogelwild ausschauen“, so Schaile.

 

Tümpel anlegen lassen hat Schaile auch in einem Steinbruch. Während einige trocken waren, wurde man weiter hinten fündig. Dutzendweise schwammen die Gelbbauchunken in der kleinen Pfütze und ließen sich die Sonne auf den Körper strahlen.

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