Fachtag Unterstützung für Wohnungssuchende bringt konkrete Ergebnisse

Eine Wohnung zu finden ist im Landkreis Freising nicht einfach. Schon gar nicht, wenn man ein nicht allzu gutes Einkommen hat oder gar auf Sozialhilfe angewesen ist. Wie kann man diesen Menschen unter die Arme greifen? Was können sie selbst besser machen, wenn sie sich um eine neue Bleibe bemühen? Diesen Fragen widmet sich die Veranstaltungsreihe „Unterstützung von Wohnungssuchenden“, die Integrationsbeauftragte Nathalie von Pressentin ins Leben gerufen hat. Und nach dem erfolgreichen Fachtag kann man sagen: Die Arbeit trägt bereits erste Früchte.

 

Konkrete Ergebnisse konnten die Teilnehmer des Fachtags schon liefern. Nach dem Informationsabend einige Wochen zuvor griff beispielsweise das Jobcenter Freising Vorschläge aus dem Kreis der Ehrenamtlichen auf und führt zum 15. November probeweise den sogenannten Kautions-Schein (K-Schein) ein, der die Übernahme der Kaution durch das Jobcenter bestätigt, wenn sich jemand um eine Wohnung bewirbt. Außerdem wird es ab Mitte November drei Sprechzeiten pro Woche im Jobcenter geben, bei denen Sozialhilfeempfänger auf Wohnungssuche mit ihrem nicht unterschriebenen Mietvertrag ohne Termin kommen und beraten werden können. Damit geht weniger Zeit auf dem Postweg verloren, weil die Bewerber erstens sofort erläutert bekommen, welche Unterlagen sie benötigen, und diese zweitens an Ort und Stelle zusammen ausgefüllt werden.

 

Mieterqualifizierung: Vorbereitung ist wichtig

Auch der Fachtag selbst war sehr erfolgreich. Zunächst stellte Uwe Krüger den gut 50 Besucherinnen und Besuchern das Sozialprojekt „Mieterqualifizierung“ vor. In dem Neusässer Konzept hat das Team erarbeitet, wie Mieter „fit für die eigene Wohnung“ gemacht werden können. Ihnen wird Basiswissen mit Schwerpunkten auf das Verhalten gegenüber und die Kommunikation mit dem Vermieter vermittelt. Ein Handbuch soll helfen, das Gelernte zu behalten. Mischa Kunz erläuterte nochmals das Modell des Vereins „Münchner Freiwillige – Wir helfen e.V.“ und betonte: Vorbereitung auf einen Besichtigungstermin ist sehr wichtig, ähnlich wie bei einem Vorstellungsgespräch.

 

Im Rahmen eines Podiumsgesprächs sprachen Experten über Hilfsangebote. Landrat Josef Hauner sagte, das Sozialamt im Landratsamt unterstütze Bedürftige, die sich die Miete nicht leisten können, mit Wohngeld. Da es im Landkreis sehr wenig verfügbare und bezahlbare  Wohnungen gibt, sei hier ein Projekt wie im Landkreis Dillingen, wo eine Wohnungslotsin Wohnungen vermittelt, nicht sinnvoll. Dafür gebe es hier „Wohnen für Hilfe“. Das Konzept: Meist junge Leute finden im Haus oder in der Wohnung anderer Menschen kostengünstig eine Bleibe und helfen dafür im Haushalt mit. Und ganz neu ist das Übergangsmanagement: Das Sozialamt berät anerkannte Flüchtlinge und vermittelt zu Vermietern. „Das Projekt läuft gut an“, sagte Michael Mayr, Leiter der Abteilung Kommunales und Soziales.

 

Die Stadt Freising verfügt über 140 Notunterkünfte, wo aktuell etwa 280 Personen leben, sagte Robert Zellner, Amtsleiter für soziale Angelegenheiten der Stadt Freising. Dass auch die vielen Studenten in der Domstadt ein Problem mit dem überhitzten Markt haben, bestätigte Dr. Ursula Wurzer-Faßnacht, Geschäftsführerin des Studentenwerks München. 1000 Wohnheimplätzen stünden in Freising ca. 9000 Studierenden gegenüber. Immerhin werden derzeit 120 neue Plätze errichtet.

 

Anhand von Stellwänden wurden am Nachmittag sämtliche Akteure, die auf dem Wohnungsmarkt tätig sind, vorgestellt. Vertreter der Ehrenamtlichen, von Fachberatungsstellen und Behörden sprachen im Rahmen einer Ideenwerkstatt untereinander darüber, wie Wohnungssuchende bestmöglich unterstützt werden können. Und sie vereinbarten, sinnvoll umsetzbare Ideen schnell anzugehen. Dazu soll auch eine Arbeitsgruppe gegründet werden.

Bei einem Podiumsgespräch wurde über bereits bestehende und mögliche Projekte diskutiert

Gut 50 Gäste waren in den Großen Sitzungssaal gekommen

Am Nachmittag sammelten Vertreter verschiedener Organisationen neue Ideen

An Stellwänden wurden die Gedanken gesammelt...

.. und thematisch sortiert

Uwe Krüger stellte das Neusässer Konzept zur "Mieterqualifizierung" vor

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