Klimaschutzbündnis: Solaranlagen als „Strompreisbremse“

Ein gutes Stück vorangekommen ist der Landkreis Freising bereits auf seinem Weg zur Energiewende 2035. Doch zehn Jahre nach dem Beschluss des Kreistags, den Landkreis dann zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu versorgen, ist noch viel Luft nach oben, wie sich bei der Sitzung des Klimaschutzbündnisses am Montag, 20. Juni 2016, herausstellte. Vor allem im Bereich Stromerzeugung ist noch großes Potenzial vorhanden.

 

Der Zubau von Photovoltaikanlagen ist nach dem Boom vor einigen Jahren stark zurückgegangen, vor allem wohl, weil die Einspeisevergütung drastisch reduziert wurde. Doch mittlerweile koste die Herstellung von einer Kilowattstunde Strom nur noch 13 Cent, erläuterte Dr. Andreas Horn vom Verein Sonnenkraft Freising den in der Klosterbibliothek versammelten Gemeindevertretern. „Nahezu jede PV-Anlage mit Eigenverbrauch bringt mehr als sie kostet.“

 

Kommunen könnten daher bares Geld sparen, wenn sie die durchaus noch vorhandenen Dachflächen – mit der heutigen Technik seien auch Ost-West-Dächer prima geeignet – mit einer PV-Anlage bestücken würden. Mit einer typischen Anlage auf einer Schule mit 10 Kilowattpeak und mit einer Eigenverbrauchsquote von 70 bis 80 Prozent könne die Gemeinde nach Abzahlung innerhalb von 20 Jahren rund 20.000 Euro einsparen, rechnete Horn vor. „PV-Anlagen sind echte Strompreisbremsen“, sagte der Experte. „Wenn Sie also Dächer leer lassen, treten Sie Geld in die Tonne, das Sie in andere Projekte für die Bürger stecken könnten.“

 

Stromtankstelle am Landratsamt

Solarstrom ist ein wesentlicher Baustein der Energiewende, Elektromobilität ein weiterer. Daher wäre es ideal, so Horn, wenn Elektrofahrzeuge mit dem selbst produzierten Strom betrieben würden. Er appellierte an die Gemeinden, ihren Mitarbeitern einfache Steckdosen anzubieten, an denen sie während der Arbeitszeit im Rathaus ihr Auto auftanken können.

 

Auch Landrat Josef Hauner ist ein Verfechter der Elektromobilität. „Es ist wichtig, jetzt die notwendige Infrastruktur zu schaffen“, sagte er. Am Landratsamt wird derzeit eine Stromtankstelle gebaut, an der künftig zwei Autos gleichzeitig betankt werden können. Etwa Mitte Juli wird diese fertig sein. „Wir wollen damit ein Zeichen setzen“, sagte Hauner.

 

Mitte Juni hatten sich Vertreter aller Kommunen am Landratsamt getroffen, die bereits Elektroautos in ihrem Fuhrpark haben: Die Stadtwerke Freising (3 Fahrzeuge), Stadt Freising, Haag, Langenbach, Moosburg (je 1) und Hallbergmoos (3). In Allershausen ist die Anschaffung eines solchen Gefährts geplant. Sie alle können sich ab sofort den neuen Aufkleber „Ich fahr´ voran“ abholen, um den Vorbildeffekt weiter zu erhöhen.

 

10 Jahre Energiewendebeschluss 2017

Am 29. März 2007 hatte der Kreistag beschlossen, die Energiewende bis zum Jahr 2035 im Landkreis schaffen zu wollen. Dazu hat man genau 10.227 Tage Zeit, wie der  bisher am Landratsamt zuständige Mann Johannes Hofmann ausgerechnet hatte. 3653 Tage werden am 29. März 2017 vergangenen sein. Dann wird der Beschluss genau zehn Jahre her sein. „Zeit, eine Bilanz zu ziehen“, so Hofmann. Deshalb wird es 2017 unter anderem eine Ausstellung mit den Aktivitäten der Kommunen in Bezug zur Energiewende geben.

Aufmerksam lauschten die Vertreter der Gemeinden während des Informationstreffens des Klimaschutzbündnisses den Vorträgen

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