Rettung der Gelbbauchunke: Auftaktveranstaltung im Landratsamt

Die Gelbbauchunke wird bis zu sechs Zentimeter groß, wiegt nicht mehr als zwölf Gramm und kann bis zu 19 Jahre alt werden. Besonders sind ihre herzförmigen Pupillen und der leuchtend gelbe Bauch. Viele der Tiere leben in Bayern und im Landkreis Freising, sie stehen aber auf der roten Liste der gefährdeten Arten. Um das mittelkleine Amphib zu erhalten, wurde das Projekt „Allen Unkenrufen zum Trotz“ ins Leben gerufen. Bei der Auftaktveranstaltung am Dienstag, 24. Januar, im Großen Sitzungssaal des Landratsamts fiel der Startschuss.

 

Sechs oberbayerische Landkreise beteiligen sich an dem groß angelegten Projekt des Bundesprogramms „Biologische Vielfalt“. Die Trägerschaft haben die Landkreise Freising, Neuburg-Schrobenhausen und Altötting sowie der Bund Naturschutz in Bayern übernommen. Insgesamt fließen in fünf Jahren  670.000 Euro in verschiedene Maßnahmen, so dass sich die Bestände der Gelbbauchunke bis zum Ende der Laufzeit am 30. Juni 2021 möglichst erhöht haben werden. „Wir als Landkreis Freising wollen aus der Mitte des Projektgebiets aus koordinieren“, sagte Landrat Josef Hauner.

 

„Verantwortungsart“

Die „Bombina variegata“, so der lateinische Name der Gelbbauchunke, ist bundesweit und in Bayern stark gefährdet, betonte Eva Flinkerbusch vom Bundesamt für Naturschutz (BfN), das einen Zuschuss in Höhe 495.000 Euro gewährt. Es handle sich um eine „Verantwortungsart“, betonte Flinkerbusch ebenso wie Christine Margraf vom Bund Naturschutz. Wir hätten eine besondere Verantwortung zur Rettung der Tiere, weil große Teile der Weltpopulation in Deutschland und hauptsächlich in Süddeutschland vorkommen.

 

Allen Unkenrufen zum Trotz“ – das Motto des Programms ist kein Zufall. „Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass eine Tierart, die sogar Eingang in unsere Alltagssprache gefunden hat, einfach still und leise aus unserer Natur verschwindet“, sagte Landrat Hauner. Die Gelbbauchunke solle vielmehr „wieder erlebbar“ werden, einen Platz in unserem Lebens- und Arbeitsalltag finden.

 

Kleine Gewässer, Quelltümpel, Viehweiden, aber auch Pfützen und wassergefüllte Fahrspuren: hier fühlt sich die Gelbbauchunke wohl, hier legt sie ihre Eier ab. Doch durch Trockenlegungen und Straßenbauten sind diese Laichgewässer immer weniger geworden, und in der Folge auch die Tiere. Ziel sei es nun, neue Lebensräume zu schaffen, Biotope aufzubessern und zu vernetzen, um die Unkenwanderung wieder zu ermöglichen, sagte Dr. Miriam Hansbauer, die am Landratsamt das Projekt leitet.

 

Doch dazu brauche man engagierte Grundeigentümer und Kiesabbauunternehmen sowie Privatpersonen, die die Laichgewässer freiwillig erhalten und pflegen, fügte Landrat Hauner hinzu. Forst-, Land- und Wasserwirtschaft sollen ebenso eingebunden werden, wie Gemeinden und Schulen. „Wir wollen die Schüler an der Hand nehmen, ihnen bewusst machen, wie schön es draußen ist“, so Hansbauer.

 

Mit im Boot sind natürlich auch das Wissenschaftszentrum Weihenstephan mit TU München und Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, die mit ihrem Fachwissen zum Gelingen des Projekts beitragen können. „Dem Landkreis Freising ist die Förderung der Artenvielfalt grundsätzlich ein großes Anliegen“, so Hauner. Um der Entfremdung der Bevölkerung von der Natur entgegen zu treten, könne die sympathische Gelbbauchunke als „Botschafter für die Natur“ fungieren. Und als „Zeigerart“, wie Dr. Margraf sagte: Das Projekt solle Anstoß sein für weitere Maßnahmen. Damit auch andere bedrohte Arten gerettet werden können.

Der gelbe Bauch: das Markenzeichen der Gelbbauchunke

Zahlreiche Vertreter der Träger sowie Interessierte aus Forst- und Landwirtschaft hatten sich im Großen Sitzungssaal eingefunden

Landrat Josef Hauner betonte, das Tier dürfe nicht "still und leise aus der Natur verschwinden"

An die Verantwortung gegenüber gefährdeter Tiere appellierte Dr. Christine Margraf vom BUnd Naturschutz

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