Schwerer Unfall und brennendes Sägewerk: Katastrophenschutzübung bei Oberhummel

Es ist ein schreckliches Bild, das die Feuerwehrleute aus Ober- und Niederhummel am Freitagabend zu sehen bekommen. Die Hummler sind die ersten Einsatzkräfte, die an dem Sägewerk in Windham (Gemeinde Langenbach) ankommen, nachdem insgesamt fünf Wehren alarmiert wurden. Schreiende Menschen, Tote, Verletzte. Gut, dass das Ganze eine gestellte Szenerie ist, für eine große Katastrophenschutzübung im Landkreis Freising. Die erste in dieser Größenordnung und mit dem Einsatz einer Drohne, die die Lage live an die Integrierte Leitstelle Erding (ILE) überträgt.

 

Drei Autos liefern sich auf einer Landstraße zwischen Marzling und Oberhummel ein illegales Autorennen. Als sie das Sägewerk passieren wollen, übersehen sie einen Langholzzug, der gerade aus dem Gelände auf die Straße einbiegen will. Ein Auto kracht in den Sattelzug, Fahrer und Beifahrer sterben, zwei weitere Personen werden eingeklemmt. Das zweite Auto weicht dem Laster aus, rast in ein Sägewerksgebäude und fängt Feuer, das dritte rammt einen abgestellten Holzanhänger. Ein Fußgänger, der vor dem Hänger steht, wird eingequetscht und verstirbt an der Unfallstelle.

 

Der Sägewerksbesitzer setzt sofort einen Notruf ab, die Freiwilligen Feuerwehren aus Hummel, Gaden, Langenbach, Marzling und Moosburg rücken an, auch die Kreisbrandinspektion wird informiert, und natürlich auch der Rettungsdienst. Nachdem der Brand eines Autos auf zwei Gebäude übergreift, gibt es erneut einen Notruf und die Leitstelle in Erding schickt die Feuerwehren aus Thonstetten, Inkofen, Plörnbach und Freising hinterher.

 

„Am Anfang hatten wir eine kleine Chaosphase“, sagt Kreisbrandrat Manfred Danner am Ende der Übung. Bei der derart komplexen Schadenslage und so vielen Einsatzkräften, die gleichzeitig ankommen, muss erst einmal koordiniert werden, wer sich um was kümmert. „Doch das hatten wir schnell im Griff und dann ist es sehr gut gelaufen“, so Danner. Es wurde erhöhter Koordinierungsbedarf festgestellt, daher auch die Führungsgruppe Katastrophenschutz im Landratsamt alarmiert. Um diese Abläufe stetig zu verbessern, sind solche Übungen notwendig. Neben rund 180 Feuerwehrleuten sind etwa 15 Mitarbeiter des Roten Kreuzes, die ABC-Gruppe und das Technische Hilfswerk (THW) vor Ort. Den Abtransport der zehn Verletzten übernehmen unter anderem drei Hubschrauber – allerdings nur in der Theorie.

 

Während die Verletzten – extra geschminkt – in einer Scheune, die beheizt wird, versorgt werden, bekämpfen andere Gruppen den Brand. Als die Wasserversorgung bei dem im Außenbereich gelegenen Sägewerk knapp wird, legen die Feuerwehrleute eine 800 Meter lange Schlauchleitung vom Mühlbach zum Ort des Geschehens.

 

All das wird von einem fliegenden Objekt beobachtet. Erstmals kommt eine Drohne zum Einsatz, die das gesamte Szenario aufzeichnet. Die Bilder kommen über einen Bildschirm bei der Einsatzleitung an. „Die Technik ist eine große Unterstützung, weil man genau sehen kann, wo welche Einsatzkräfte und welche Fahrzeuge stehen. Weil man sich einen Überblick über die Schadenslage verschaffen kann“, sagt der Hummler Kommandant Josef Kratzer, der die Einsatzleitung der Feuerwehren inne hat. Und auch die Integrierte Leitstelle ist via Live-Übertragung eingebunden. Es handelt sich um ein Forschungsprojekt der Technischen Universität München namens CopKa, das hier geprobt wird – ein satellitenbasiertes Videosystem zur Unterstützung der Einsatzführung. „Diese Technik ist ideal, weil man genau über die Lage informiert ist“, sagt Landrat Josef Hauner, der sich vor Ort ein Bild macht. Kreisbrandrat Danner ist ebenso überzeugt: „Für Großschadenslagen perfekt!“

 

Gut drei Stunden sind die Kräfte vor Ort im Dauereinsatz. Anschließend besprechen die einzelnen Wehren den Verlauf, ebenso wie die Einsatzleitung. Danach lädt die heimische Feuerwehr Ober- und Niederhummel zu einer kleinen Brotzeit im Feuerwehrhaus.

Bürgerservice Kontakt

Kontakt
Sie können uns Ihre Fragen, Wünsche, Anregungen oder Beschwerden mitteilen. Wir werden diese umgehend bearbeiten und Sie darüber informieren, wie es weiter geht.

Bürgerhilfsstelle