Vier Feldgeschworene für 25 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit geehrt

Sie sind die Hüter der Grenzen. Sie sorgen dafür, dass Streitereien zwischen Nachbarn beigelegt oder gleich ganz vermieden werden können. Vier Feldgeschworene  aus dem Gemeindebereich Nandlstadt sind am Dienstag für ihre langjährige Tätigkeit ausgezeichnet worden. Seit 25 Jahren tragen Silvester Held, Johann Penger, Martin Linseisen und Thomas Sicheneder zur Wahrung des Rechtsfriedens und der Eigentumssicherung bei. Dafür überreichte ihnen Landrat Josef Hauner im Namen von Finanz- und Heimatminister Dr. Markus Söder bei einer kleinen Feierstunde im Landratsamt eine Ehrenurkunde.

 

„Die Feldgeschworenen sind trotz modernster Techniken nach wie vor ein unverzichtbarer Teil der Vermessungsverwaltung“, sagte Landrat Hauner. Es sei von unschätzbarem Wert, dass „Sie mit Ihrer Erfahrung mithelfen“. Sie stellten ein Bindeglied zwischen den Grundstückseigentümern und der staatlichen Verwaltung dar. „Sie kennen die meisten Leute in ihren Gemeinden – und die meisten kennen Sie. Da hat man eine gute Gesprächsbasis.“

 

„Für uns ist es eine Riesenerleichterung, dass es noch so viele Feldgeschworene im Landkreis Freising gibt“, sagte Fabian Reidl, stellvertretender Leiter des Amtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Freising. „Sie tragen enorm zum positiven Bild unserer Verwaltung in der Öffentlichkeit bei und unterstützen uns täglich bei der Sicherung des Grundeigentums und der Wahrung des nachbarschaftlichen Grenzfriedens“, sagte Reidl. Darum wolle er im Namen all seiner Kolleginnen und Kollegen den Feldgeschworenen seinen tiefsten Dank aussprechen.

 

Im Recht der Feldgeschworenen sei ein „altes ländliches Brauchtum“ erhalten geblieben, sagte Landrat Hauner. Die Sicherung von Grundstücksgrenzen und damit des Eigentums wird in erster Linie nicht staatlichen Behörden, sondern gewählten Feldgeschworenen anvertraut, die über die örtlichen Verhältnisse in ihrer Gemeinde genau Bescheid wissen und das Vertrauen ihrer Mitbürger in besonderem Maße genießen. Diese Zusammenarbeit gebe es bereits seit Beginn der bayerischen Katastervermessung vor rund 200 Jahren, sagte Reidl. Das Amt des Feldgeschworenen ist ein kommunales Ehrenamt auf Lebenszeit.

 

Die meisten Grundstücksgrenzen sind heutzutage dank moderner Messinstrumente zentimetergenau erfasst: doch es gibt auch bei uns nach wie vor Grenzen, die zuletzt vor 150 Jahren oder gar noch nie vermessen wurden. Um in solchen Fällen Streitereien zu vermeiden, kommen die Feldgeschworenen zum Einsatz. Sie graben schon mal mit dem Bulldog Grenzsteine aus oder setzen neue ein.  Dabei spielt das sog. „Siebenergeheimnis“ eine große Rolle: Die Ehrenamtlichen können die Grenzsteine mit geheimen Zeichen (Siebenergeheimnis) unterlegen. Beim Einbringen und Untersuchen der geheimen Zeichen sollen nur Feldgeschworene anwesend sein, damit dieses Siebenergeheimnis gewahrt bleibt. Um dieses zu wahren, wird es nur mündlich weitergegeben und es ist zeitlebens zu bewahren.

 

Durch ihre fachliche Hilfe und das stets unparteiische Auftreten stärkten die Feldgeschworenen das Vertrauen der Bürger in die Arbeit der Verwaltung und trügen zur Akzeptanz der Entscheidungen bei.

Landrat Josef Hauner (2.v.r.) überreichte im Beisein von Fabian Reidl, stellvertretender Leiter des Vermessungsamtes Freising (l.) eine Ehrenurkunde an die Feldgeschworenen (v.l.) Johann Penger, Martin Linseisen, Thomas Sicheneder und Silvester Held (Foto: Landratsamt Freising)

Bürgerservice Kontakt

Kontakt
Sie können uns Ihre Fragen, Wünsche, Anregungen oder Beschwerden mitteilen. Wir werden diese umgehend bearbeiten und Sie darüber informieren, wie es weiter geht.

Bürgerhilfsstelle