Arten- und Biotopschutz im Landkreis Freising

Der Schutz von Arten und Biotopen bzw. Lebensräumen ist eine der wichtigsten Aufgaben des Naturschutzes

Für die unteren Naturschutzbehörden existieren eine Reihe von Grundlagen, die zum Teil auch Handlungsanweisungen für die Naturschutzarbeit im Landkreis darstellen.

Biotopkartierung

Mit die wichtigste Grundlage ist die Biotopkartierung, bei der alle wertvollen Lebensräume des Landkreises nach einem bayernweit gültigen Schlüssel erfasst wurden. Die Biotopkartierung wird in unregelmäßigen Abständen aktualisiert. Im Landkreis Freising erfolgte die letzte Erhebung im Jahr 1997 (mit Aktualisierungen 2002).

Nähere Informationen zur Methodik finden Sie beim Bayerischen Landesamt für Umwelt.

Die Abgrenzungen der einzelnen Biotope finden Sie an gleicher Stelle im FinWeb, oder auch im Geoportal des Landkreises Freising.

Falls Sie über ein GIS (Geographisches Informationssystem) verfügen, können Sie die Grunddaten auch beim Bayerischen Landesamt für Umwelt im sogenannten "shape-Format" herunterladen.

Arten- und Biotopschutzprogramm (ABSP)

Eine weitere wichtige Grundlage ist das Arten- und Biotopschutzprogramm (ABSP).

Das Arten- und Biotopschutzprogramm (ABSP) ist ein Fachkonzept des Naturschutzes. Es analysiert und bewertet auf der Grundlage der Biotopkartierung und der Artenschutzkartierung alle Flächen, die für den Naturschutz wichtig und erhaltenswert sind und leitet aus den Ergebnissen Ziele und Maßnahmenvorschläge ab. Das ABSP wird seit über 20 Jahren für die Landkreise und Städte erarbeitet und angewendet, das LfU koordiniert die Arbeiten. Es wird in ganz Bayern nach einem einheitlichen Standard von freien Planungsbüros und Spezialisten im Auftrag des LfU durchgeführt.

Die Ergebnisse des ABSP sind wichtige Grundlagen für die Naturschutzbehörden und für die Kommunen, zum Beispiel bei der Erarbeitung von Landschafts- und Grünordnungsplänen oder im Vertragsnaturschutz. Auch Planungsbüros und wissenschaftliche Einrichtungen nutzen die Daten.

Das Arten- und Biotopschutzprogramm (ABSP) wurde 1985 durch einen Beschluss des Bayerischen Landtags ins Leben gerufen.

Das ABSP ist ebenso wie die Biotopkartierung beim Bayerischen Landesamt für Umwelt zum Download erhältlich (Achtung - sehr große Datei, 92 MB!).

Wiesenbrüterkartierung

Seit 1980 wurden etwa alle 6 Jahre die Bestände der wichtigsten wiesenbrütenden Vogelarten in Bayern landesweit erfasst.

Folgende, auch im Landkreis Freising vorkommende Arten wurden erfasst:

Dabei zeigten sich praktisch bei allen Arten starke Rückgänge seit 1980.

Basierend auf den Ergebnissen der Kartierungen wurden sogenannte Wiesenbrütergebiete ausgewiesen, in denen der Schutz der wiesenbrütenden Vogelarten konzentriert erfolgen soll.

Im Landkreis Freising wurden zudem für die wichtigsten Gebiete Verordnungen erlassen, die einen zusätzlichen Schutz vor Störungen sicherstellen sollen.

Artenschutzkartierung (ASK)

Die Artenschutzkartierung (ASK) ist im Prinzip einfach eine Datenbank, in der Funddaten von Tier- und Pflanzenarten mit ihren geographischen Koordinaten gespeichert werden.

Die genaue Erfassung seltener Tier- und Pflanzenarten ist eine wichtige Grundlage für die Arbeit von Naturschutzbehörden, Kommunen, Planungsbüros und wissenschaftlichen Einrichtungen.

In Bayern gibt es vielfältige Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen: Aber wo kommen welche seltene Arten tatsächlich vor? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Artenschutzkartierung (ASK), die das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) betreut und in Zusammenarbeit mit Naturschutzbehörden sowie vielen ehrenamtlich Tätigen und Büros durchführt.

In Bayern existiert seit 1980 eine landesweite Datenbank (ASK-Datenbank), deren zentrales Ziel die Bereithaltung von faunistischen und floristischen Daten für die Naturschutzpraxis ist. Neben der Auswertung von Literatur- und Sammlungsdaten werden Meldungen ehrenamtlich tätiger, fachkundiger Personen übernommen und durch Daten von Auftrags-Kartierungen aus verschiedenen Quellen ergänzt.

Die Daten sind für die Öffentlichkeit nicht direkt zugänglich. Für gutachterliche oder wissenschaftliche Untersuchungen können Datenauszüge aber beim Bayerischen Landesamt für Umwelt beantragt werden.