Abgeschlossenheitsbescheinigung nach dem Wohnungseigentumsgesetz (WEG)

1.    Allgemeines

       Abgeschlossenheitsbescheinigungen für Wohnungseigentum (oder Teileigentum) nach § 7 Abs. 4 i.V. m. § 3 Abs. 2 WEG werden pro Grundstück ausgestellt. Alle Gebäude auf dem Grundstück sind vollständig zu erfassen.

 

2.    Antragsunterlagen

2.1  Antragsformular

       Bezeichnen Sie bitte genau die Einheiten, die als abgeschlossen bescheinigt werden sollen.

 

       Antragsberechtigt sind:

       a) die Eigentümerinnen und Eigentümer, einzeln oder gemeinsam

       b) die Erbbauberechtigten, einzeln oder gemeinsam

       c) jeder, der ein rechtliches Interesse an der Bescheinigung darlegen kann.

       d) die Personen, die eine Einverständniserklärung einer der unter Nr. a) bis c)

 

       genannten Antragsberechtigten vorlegen.

 

       Die Antragstellerinnen und Antragsteller unterschreiben Antrag und Aufteilungspläne.

 

       Bei Anträgen für bestehende Gebäude ist im Antragsformular durch Ankreuzen zu erklären, dass die dem Antrag auf Erteilung der Abgeschlossenheitsbescheinigung beigegebenen Bauzeichnungen (Aufteilungspläne) dem vorhandenen Bestand entsprechen.

 

       Bitte geben Sie in diesem Fall auch das Baujahr des Gebäudes an.

 

2.2 Pläne

       a) Lageplan im Maßstab 1:1000

       b) Aufteilungspläne im Maßstab 1:100

 

       dazu gehören:

 

       Legen Sie alle Pläne in mindestens 3facher Ausfertigung bei. Ein Plansatz verbleibt im Bauakt, der zweite ist für das Grundbuchamt, der dritte für Sie selbst.

 

 

3.    Beschaffenheit der Aufteilungspläne

3.1 Die Aufteilungspläne müssen alle Teile des Gebäudes darstellen und regelmäßig neben den Grundrissen auch Schnitte und Ansichten enthalten, die sich auf das gesamte Gebäude beziehen. Es muss ersichtlich gemacht werden wie Gemeinschafts- und Sondereigentum zueinander liegen und voneinander abgegrenzt sind.

 

       Die Aufteilungspläne müssen bei Neubauten mit den genehmigten Bauplänen übereinstimmen, die Abgeschlossenheitsbescheinigung kann daher frühestmöglich zeitgleich mit der Baugenehmigung erteilt werden.

 

       Bei bestehenden Gebäuden müssen die Aufteilungspläne entweder dem derzeitigen (abgeschlossenen) Baubestand entsprechen oder aber den künftigen (abgeschlossenen) Baubestand darstellen.

 

3.2 Die Pläne dürfen nicht zusammengeklebt oder -geheftet sein oder aufgeklebte Klappen, Tippex-Eintragungen oder Radierungen haben. Nehmen Sie handschriftliche Änderungen deutlich vor, z.B. "Nummern im Keller geändert" Datum Unterschrift oder "Balkon abgestrichen" Datum Unterschrift.

 

3.3 Stellen Sie jedes Geschoss einzeln dar.

 

3.4  Nummerierung

       Jede in sich abgeschlossene Eigentumseinheit (Sondereigentum) wird mit einer arabischen Ziffer in einem Kreis gekennzeichnet. Jeder Raum, einschließlich der Balkone, muss mit einer Kennziffer gekennzeichnet sein. Auch die Nutzung der Räume ist anzugeben.

 

       Räume ohne Kreis und Ziffer sind Gemeinschaftseigentum. Im Gemeinschaftseigentum müssen in der Regel z.B. Treppenräume, Heizung, "nicht nutzbare Dachräume", Fahrrad- und Kinderwagenräume oder Waschküchen verbleiben. Buchstaben dürfen Sie nicht verwenden. Baulich nicht abgeschlossene Bereiche wie Gartenanteil, erdgeschossige Terrassen und offene Stellplätze können kein Sondereigentum bilden.

 

3.5 Bei der Nummerierung sollten Sie mit den Wohnungen beginnen, Teileigentum (Läden, Büros, Gaststätten usw.) anschließend und Garagen zum Schluss beziffern.

 

3.6 Räume wie Keller-, Speicher- oder Hobbyräume, die zu einem Wohnungs- oder Teileigentum gehören, jedoch außerhalb desselben liegen, erhalten die gleiche Ziffer. Diese Räume müssen den Eigentumsanteilen zugeordnet werden oder ansonsten Gemeinschaftseigentum sein. Sie können nur ein eigenes Sondereigentum bilden, wenn sie nicht bauordnungsrechtlich als Bestandteil einer Hauptnutzung (z.B. notwendige Kellerabstellräume für Wohnungen) genehmigt sind.

 

3.7 Die Abgeschlossenheit von Sondereigentum liegt nur vor, wenn es "abgeschlossen und verschließbar" ist.

 

3.8  Garagenstellplätze sind in sich abgeschlossen, wenn ihre Flächen dauerhaft markiert sind, z. B. durch

 

       Hubplattenformen (Doppel-, 4fach Parker etc.) können jeweils nur eine Nummer erhalten, da nur die ganze Mechanik als abgeschlossen bescheinigt werden kann. Verschiebeplatten sind nicht sondereigentumsfähig.

 

       Nicht eigentumfähig sind markierte Stellplätze auf freier Grundstücksfläche oder auf einem offenen Garagendach.

 

 

4.    Weiter ist zu beachten

4.1  Innerhalb einer jeden Wohnung muss sich eine Küche oder eine Kochgelegenheit und ein eigenes WC befinden. Bei der Küche oder der Kochgelegenheit reicht es aus, wenn die entsprechenden Anschlüsse vorhanden sind. Bad oder Dusche müssen nicht zwingend vorhanden sein. Zusätzliche Räume können außerhalb der Wohnung liegen. Jeder Teileigentumseinheit, die eine Arbeits- oder Betriebsstätte ist (Laden, Büro etc.), müssen eigene WC's zugeordnet sein. Diese können im Gegensatz zum Wohnungseigentum auch außerhalb der Einheit liegen.

 

4.2 Abgeschlossene Wohnungen müssen baulich vollkommen von fremden Wohnungen und anderen Räume durch feste Wände und Decken abgeschlossen sein.

 

4.3 Wohnungs- und Teileigentum müssen einen eigenen abschließbaren Zugang unmittelbar vom Freien, von einem gemeinschaftlichen Treppenraum oder einem Vorraum haben. Es darf keine Verbindung zwischen den Eigentumseinheiten bestehen. Gemeinschaftseigentum muss für alle Eigentümerinnen und Eigentümer erreichbar sein.

 

4.4 Die Voraussetzungen der Abgeschlossenheit von Kellerabteilen und Garagenstellplätzen entnehmen Sie bitte den Punkten 3.7 und 3.8

 

 

5.    Ergänzende Hinweise

5.1 Die Bauaufsichtsbehörde behält sich vor, die Übereinstimmung der Aufteilungspläne mit dem Baubestand zu überprüfen. 

 

Ansprechpartner

Bauamt im Landkreis

Tel.Nr.: 08161/600-189

E-Mail: bauamt[at]kreis-fs.de

 

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