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Echtzeit-Funkwarnsystem und Deichpflege in Eigenregie: Weitere Maßnahmen für Hochwasserschutz eingeleitet

Nicht erst seit dem Hochwasser 2024 steht das Thema verbesserter Hochwasserschutz im Landkreis Freising ganz oben auf der Agenda. „Jetzt können wir zwei weitere wichtige Meilensteine auf diesem Weg vermelden“, sagt Landrat Helmut Petz.

 

Der Kreisausschuss hat in seiner Sitzung am 11. Dezember 2025 beschlossen, in Kooperation mit dem Nachbarlandkreis Pfaffenhofen und der Arbeitsgemeinschaft Solidarischer Hochwasserschutz e.V. ein Echtzeit-Funkwarnsystem für Hochwasser- und Starkregenereignisse einzuführen. „Damit gewinnen wir Zeit, die wir brauchen, um Schutzmaßnahmen rechtzeitig einzuleiten“, betont der Landrat. Hintergrund ist ein Antrag der Kreistagsfraktion der Freien Wähler. Der Landkreis Pfaffenhofen hat bereits seine Bereitschaft erklärt, den Landkreis Freising an den mit dem Bayerischen Digitalministerium ausgearbeiteten Ergebnissen teilhaben zu lassen.

 

Des Weiteren ebnete das Landratsamt in Rücksprache mit dem Wasserwirtschaftsamt München (WWA) den Weg für den von vielen Anliegern geäußerten Wunsch, die sogenannten Sommerdeiche entlang der Amper in Eigenregie pflegen zu dürfen. Das WWA sei laut Landrat Petz gern bereit, diese Pflegeaufgabe, die auch Erhaltungs- und Reparaturarbeiten umfassen kann, an die Anlieger zu übertragen. „Die näheren Voraussetzungen werden wir mit dem WWA umgehend klären. Eines zeitaufwändigen behördlichen Genehmigungsverfahrens bedarf es hierfür nicht.“

 

Nach dem verheerenden Hochwasser Anfang Juni 2024 an Glonn und Amper waren sich alle einig: Wir müssen sofort beginnen, uns auf die neuen Herausforderungen von Springfluten einzustellen. „Etliche schnell wirksame Maßnahmen wie die Ertüchtigung und Vergrößerung von Durchlässen oder die Erleichterung der Pflege von Entwässerungsgräben durch die Grundeigentümer haben wir bereits umgesetzt“, so der Landrat. Einige Maßnahmen hätten sich als nicht gangbar erwiesen, „andere – wie etwa Planungen für gezielte Deichöffnungen im Katastrophenfall – verfolgen wir mit Hochdruck weiter“.

 

Von zentraler Bedeutung sei die Schaffung von Retentionsräumen insbesondere an den zahlreichen Zuflüssen im Oberlauf der Glonn. Als ein Beispiel dafür nennt der Landrat die Höherlegung von Straßenquerungen, die gemeinsam mit den Gemeinden im Landkreis Dachau in einem landkreisübergreifenden Hochwasserschutzkonzept untersucht werden soll.