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Landrätin Susanne Hoyer zeichnet Ehrenamtliche des THW für ihren langjährigen Dienst aus

„So alt ist doch noch gar keiner hier im Saal.“ Landrätin Susanne Hoyer zeigte sich etwas verwundert darüber, dass einer der vor ihr sitzenden Ehrenamtlichen schon seit einem halben Jahrhundert beim Technischen Hilfswerk aktiv ist. Im Namen des bayerischen Innenministers durfte sie fünf Einsatzkräfte des Freisinger Ortsverbandes für ihren langjährigen Dienst das Ehrenzeichen überreichen, Josef Nowak eben für 50 Jahre Treue.

 

„Leicht hätte es sein können, dass ihr heute hier mit Augenringen erscheint“, sagte die Landrätin. In der vorangegangenen Nacht hatten schwere Gewitter vor allem den Norden Bayerns getroffen, der Landkreis Freising blieb weitgehend verschont – diesmal. Schon oft mussten die Frauen und Männer in der blauen Uniform ausrücken, wenn spezielles Gerät und viel Manpower notwendig war – und zwar ehrenamtlich. „Wir können euch gar nicht genug ehren. Ich danke im Namen des Landkreises jedem Einzelnen von euch!“

 

Gerade in den vergangenen Jahren habe sich immer wieder gezeigt, welch „absolut verlässlicher Partner“ das THW Freising für unseren Landkreis und den Katastrophenschutz sei, sagte Hoyer. Sie erinnerte an die Corona-Pandemie, an die Flüchtlingskrisen, als es um die Unterbringung vieler Geflüchteter ging, und an das verheerende Hochwasser, das an Pfingsten 2024 den Landkreis traf. Während die Freiwilligen Feuerwehren für die Hilfeleistung vor allem innerhalb der Gemeinde- und Landkreisgrenzen zuständig seien, sei das THW weit darüber hinaus tätig. Der Ortsverband Freising war unter anderem bei der Schneekatastrophe 2019 in Simbach im Einsatz, ebenso nach den Fluten 2021 im Ahrtal und 2023 in Slowenien.

 

„Uns im Landkreis Freising geht es gut. Wir wissen, dass wir so eine starke Truppe hier haben. Das lässt uns besser schlafen“, sagte Landrätin Hoyer und schloss bei ihrem Dank ausdrücklich auch die Feuerwehren und anderen Hilfsorganisationen mit ein.

 

Einer der Geehrten ist Michael Wüst. Seit 40 Jahren ist der Freisinger beim THW aktiv, ist Gründungsmitglied der THW-Jugend Freising 1986. Inzwischen ist Wüst seit 25 Jahren Ortsbeauftragter und damit Dienstvorgesetzter der rund 120 ehrenamtlichen Einsatzkräfte und Ansprechpartner für Feuerwehren, Polizei, aber auch für die Gemeinden und das Landratsamt. Unter seiner Führung wandelte sich das THW des Kalten Kriegs 2005 von der starren Bergungs- und Instandsetzungszugs-Struktur hin zum heute bekannten Komponentenmodell mit seinen Fachgruppen. Im Rahmen des Katstrophenschutzes bewältigten Wüst und seine Truppe zusammen mit den Verantwortlichen der Führungsgruppe Katastrophenschutz und den anderen Hilfsorganisationen zahlreiche Krisen. „Was du alles für den Landkreis und den Ortsverband getan hast, ist herausragend“, lobte Landrätin Hoyer.

 

Ebenfalls seit 40 Jahren hält Thomas Ihlenfeldt aus Freising dem THW Freising die Treue. Ihlenfeldt ist Fachhelfer in der Brückenbaugruppe, Bootsführer, Maschinist Mobilkran und genau wie Wüst Gründungsmitglied der THW-Jugend Freising. Von 2010 bis 2025 war er Truppführer in der Fachgruppe Brückenbau und nahm an allen großen Einsätzen des Ortsverbands seit seinem Übertritt in die aktive Einsatzmannschaft mit 18 Jahren teil.

 

Josef Nowak (Freising) ist seit 50 Jahren aktives Mitglied im Ortsverband und hat in dieser Zeit in vielen Positionen gedient. Vor dem „THW-Neukonzept“ von 1994, bei dem die alten Bergungs- und Instandsetzungszüge aufgelöst und das modulare Komponentenmodell eingeführt wurde, war er zuletzt als Zugführer des 1. Instandsetzungszugs des THW Freising tätig. Zuvor hatte er viele Jahre Führungsfunktionen im Instandsetzungszug wie Trupp- und Gruppenführer inne. Nach der Umstellung wirkte Nowak viele Jahre als Schirrmeister und war damit für die gesamte Ausstattung und die Fahrzeuge verantwortlich. Als langjähriger Sicherheitsbeauftragter sorgte er für den sicheren Betrieb im Ortsverband.

 

Für ihre 25-jährige Tätigkeit wurden Matthias Höcht (Moosburg) und Matthias Schmitt (Neufahrn) geehrt.


Matthias Höcht ist Fachhelfer in der Bergungsgruppe, aktiver Atemschutzgeräteträger und kümmert sich im Fachbereich Kritis Notstrom u. a. um die Aggregate des Ortsverbandes, ist Maschinist für Hubfördergeräte und durch seine berufliche Tätigkeit als Elektroningenieur ist er der Mann für Sonderkonstruktionen „mit Kabel“ oder die Reparatur elektrischer Ausstattung und Geräte.

 

Matthias Schmitt ist eine vielseitige und langjährige Führungskraft im Ortsverband. Bedingt durch seinen Beruf als Zentralheizungs- und Lüftungsbauer ist er eine der Schlüsselpersonen im Ortsverband, wenn es z. B. um die Thematik Campbau oder behelfsmäßige Unterbringung von Menschen, aber auch um die Instandhaltung von Unterkunft und Infrastruktur geht. Sein Fachwissen konnte vor allem sehr erfolgreich bei den Flüchtlingskrisen einbringen. Seit vielen Jahren ist er Truppführer in der Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung. Er ist als vielseitiger Maschinist z. B. für Ladekräne, Motorsägen, Hubarbeitsbühnen und Flurförderfahrzeuge im Einsatz.

 

Außerdem erhielten Matthias Bortel (25 Jahre) und Jürgen Fischer (40 Jahre) Ehrenzeichen, konnten diese jedoch nicht persönlich entgegennehmen.